Aktion gegen Gentech-Raps in Wien

18. Juli 2007, 13:11
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Global 2000 weist auf ökologische Risiken hin - Importverbot von drei gentechnisch veränderten Sorten gefordert

Wien - Aktivisten der Umweltschutzorganisation Global 2000 haben am Donnerstag ein 40 Quadratmeter großes Banner am Gesundheitsministerium in Wien angebracht. Global 2000 fordert von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ein Importverbot der drei gentechnisch veränderten Rapssorten Ms8, Rf3 und Ms8&Rf3.

Seit Ende März seien die Sorten von der EU-Kommission genehmigt, kritisierte Gentechnik-Sprecher Jens Karg. Seit damals fordere man von Kdolsky ein Verbot. Gründe für ein Importverbot gebe es jedenfalls genügend: Die Europäische Umweltbehörde (EEA) habe den Gentech-Raps als Hochrisikopflanze bezüglich des unkontrollierten Vordringens in die Natur eingestuft. In Großbritannien erbrachte der größte Freilandversuch über die ökologischen Auswirkungen des Anbaus von Gentech-Raps alarmierende Ergebnisse: Die Wissenschafter fanden demnach heraus, dass durch den Anbau von Gentech-Raps die Zahl der Schmetterlinge, Hummeln und Käfer deutlich zurückging.

Auch wenn sich die europäische Zulassung für Ms8, Rf2 und Ms8&Rf2 auf Tierfutter und industrielle Verwendungszwecke beschränke, bestehe die Gefahr, dass der Gentech-Raps jederzeit gewollt oder auch ungewollt als lebensfähiges Saatgut in die Natur gelange, so Global 2000. In Japan etwa hätten die Behörden Gentech-Verunreinigungen durch im Hafen verschüttete Rapssamen im Umkreis von 30 Kilometer festgestellt. Auch österreichische Studien zeigten, dass sich Raps rund um Futtermittelwerke und Lagerhäuser ausbreitet, so die Organisation. (APA)

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