ÖH fordert Schadensersatz für Studierende

29. Oktober 2007, 14:50
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Neuer Vorsitz will Unis zahlen lassen und Uni-Räte abschaffen: "Betreiben Politik zugunsten Dritter" - Mit Download

Das neue Führungsteam der Österreichischen HochschülerInnenschaft hat große Pläne: Uni-Räte abschaffen, Schadensersatz für Studienverzögerung und mehr Budget sind nur einige der Vorschläge für eine grundlegende Reform des Universitätsgesetzes, die der Vorsitzende Hartwig Brandl (FLÖ) und seine Stellvertreterinnen Lisa Schindler (VSStÖ) und Verena Czaby (GRAS) bei ihrer Antrittspressekonferenz präsentierten. Die Reformvorschläge schickten die drei bereits als Stellungnahme an Wissenschaftsminister Johannes Hahn (siehe Download).

Uni-Räte nicht bewährt

Die Uni-Räte hätten sich nicht bewährt, meinte der neue ÖH-Vorsitzende Hartwig Brandl (Fachschaftslisten). Sie seien oft "schlecht informiert oder betreiben Politik zu Gunsten Dritter", so Brandl. Daher sollten ihre Kompetenzen auf Rektorate und Senate aufgeteilt und die Aufsichtsfunktion an das Wissenschaftsministerium oder eine vorgelagerte Instanz abgegeben werden. Weitere Forderungen der ÖH: Die Erhöhung und Vereinheitlichung der Zahl der möglichen Prüfungsantritte sowie die Ausweitung der Möglichkeit der Beurlaubung für Studenten (in dieser Zeit dürfen sie zwar keine Prüfungen absolvieren, zahlen aber keine Studiengebühren, Anm.) etwa auch auf Anlässe wie ein freiwilliges soziales Jahr.

Mehr Service für Berufstätige

Schadensersatz sollen jene Studierende erhalten, deren Studienzeit sich durch lange Wartezeiten auf einen Lehrveranstaltungsplatz verzögert hat, von den jeweiligen Unis erhalten. Unterstützung wollen die StudierendenvertreterInnen auch für Berufstätige erkämpfen: "Wir werden uns für ein besseres Angebot an den Universitäten für berufstätige Studierende einsetzen und gleichzeitig einen Anspruch auf Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherung für prekär Beschäftigte einfordern." Die neuen ÖH-Broschüren sollen künftig in mehrere Sprachen übersetzt werden, um ausländischen Studierenden den Einstieg zu erleichtern.

MitarbeiterInnenschulungen

Wie ihre VorgängerInnen wollen sich die neuen Vorsitzenden für die Erhöhung der Stipendien einsetzen: Die jüngst beschlossene Erhöhung der Stipendien reiche nicht aus, die Inflation auszugleichen, so Stellvertreterin Schindler.

Auch innerhalb der ÖH soll sich einiges ändern. Für neue MitarbeiterInnen gibt es ein Startpaket mit Handbuch, sowie Schulungen zu gesetzlichen Fragen oder Verhandlungskompetenzen. (red,APA)

  • ÖH-Stellungnahme zum Uni-Gesetz 2002 an Wissenschaftsminister Hahn

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    Der neue ÖH-Vorsitz will das Uni-Gesetz grundlegend reformieren.

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