Hickersberger sah gelungenen Start

13. Juli 2007, 14:14
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ÖFB-Teamchef: "Aufbruchstimmung zu spüren" - Altach-Trainer Bender ist richtig sauer - Rapids Eder spricht von "Reflexbewegung"

Wien - Der österreichische Fußball-Teamchef Josef Hickersberger hat sich am Donnerstag von der Auftaktrunde der T-Mobile-Bundesliga angetan gezeigt. "Ob der Hunger nach Fußball dank der bemerkenswerten Leistungen unserer U20-Auswahl bei der WM in Kanada so groß ist, ist eigentlich sekundär, aber auf alle Fälle sind die Zuschauerzahlen der ersten Runde bei vier Spielen mit mehr als 10.000 Fans im jeweiligen Stadion sensationell", meinte "Hicke".

Gutes Debüt von Leitgeb

"Mannschaft der Auftaktrunde ist sicherlich der Meister Salzburg, der einen idealen Start hingelegt hat", urteilte der Teamchef, der zum Auftakt hoffnungsvoll sein durfte: "Das Debüt von Christoph Leitgeb für Salzburg war überragend. Ein Tor und ein Lattenschuss sprechen für ihn. Bei den neun anderen Teams sind erfreulicherweise viele heimische Spieler zum Einsatz gekommen. Ich hoffe, dass dieser Trend in den kommenden Runden bestätigt und noch verstärkt wird."

"Aufbruchstimmung zu spüren"

Nach den negativen Schlagzeilen der vergangenen Saison gab sich Hickersberger zum Start der EURO 2008-Saison zuversichtlich: "Die Fans bekamen viele Tore und spannende Partien zu sehen. Und dadurch, sowie durch die Auftritte unserer jungen Spieler in Kanada ist eine Aufbruchstimmung zu spüren, die hoffentlich lange anhalten wird."

Bender richtig sauer

Weniger zufrieden war Altach-Trainer Manfred Bender nach der 1:4-Niederlage bei Salzburg, seinen Zorn ließ er auch an einem unschuldigen Mistkübel in der Kabine des EM-Stadions aus. "Den werde ich natürlich ersetzen", meinte der 40-jährige nach dem Spiel augenzwinkernd. Damit war es mit Scherzen aber auch schon vorbei.

Kritik am Zweikampfverhalten

"Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so sauer wie in der ersten Hälfte, nicht einmal als Spieler. Mit diesem Zweikampfverhalten kannst du hier nichts gewinnen. Das ist das Resultat, wenn keine Kerle auf dem Platz stehen", tobte der 229-fache deutsche Bundesligaspieler, der bisher nur beim Regionalligisten Vöcklabruck Erfahrung als Cheftrainer gesammelt hatte.

Jagne und Leonardo in der Kritik

Bender ließ in der Spielanalyse kein gutes Haar an seiner Mannschaft: "Ich hätte nicht gedacht, dass wir es Salzburg so leicht machen. Die Spieler müssen sich morgen im Training beim Tormann entschuldigen." Vor allem über Jagne und Leonardo ärgerte er sich maßlos: "Die können nicht einmal meine zwei Töchter überspielen. Für das nächste Spiel zu Hause gegen Ried gibt es mit Sicherheit Änderungen."

Trapattoni lobt Leitgeb

Salzburg-Cheftrainer Giovanni Trapattoni hatte weder Grund, sich zu ärgern, noch in Euphorie zu verfallen: "Das erste Spiel ist immer schwierig, das schnelle Tor hat es uns leichter gemacht. Danach war viel Begeisterung im Spiel. Wir haben Spieler, die Räume öffnen können. Die Neuen Leitgeb und Sekagya haben sofort in unser Spiel gefunden."

Red Bull weiter auf Stürmersuche

Laut Trapattoni sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass Zickler neuerlich den Salzburger Torrekord von Oliver Bierhoff (23 Treffer) angreifen wird. "Es wird heuer sicher nicht so einfach, wieder so viele Tore zu schießen. Wir suchen und brauchen noch einen Stürmer, das hat mit dem heutigen Spiel aber gar nichts zu tun."

Entwarnung bei Rapid-Routinier Hiden

Rapid Wien hätte den hart erkämpften 3:1-Heimsieg gegen den FC Wacker Innsbruck beinahe teuer bezahlen müssen. Abwehrchef Martin Hiden schied mit einer Knöchelverletzung aus, sein Ersatzmann Hannes Eder wurde in der 63. Minute ausgeschlossen. Bei Hiden gab es nach dem Spiel Entwarnung, statt des befürchteten Bruches wurde nur eine Verstauchung diagnostiziert. Der Nationalspieler fehlt somit nur im UI-Cup-Rückspiel gegen Slovan Preßburg am Samstag.

Eder gibt sich unschuldig

Dass mit Eder auch Hidens Ersatzmann in der Innenverteidigung nach einem Ellbogencheck gegen Innsbrucks Stürmer Orosz ebenfalls vorzeitig vom Platz musste, ist für die Hütteldorfer doppelt bitter. Der 23-jährige Ex-Tiroler, der einmal mehr seine Nerven nicht im Griff hatte, wollte nach der Partie von einem absichtlichen Check aber nichts wissen.

"Es war eine Reflexbewegung"

"Orosz ist stehen geblieben und ich habe mich umgedreht. Es war eine Reflexbewegung, ein Ellbogenschlag ins Gesicht war es sicher nicht. So etwas passiert in einem Spiel zehn Mal", betonte Eder. "Es war eine dumme Aktion. So etwas darf nicht passieren", war sich der Innenverteidiger aber bewusst. Rapid-Trainer Peter Pacult nahm seinen Abwehrspieler, der in Preßburg trotz seines "Ausrasters" wohl von Beginn an einlaufen wird, nach genauem Studium der TV-Bilder jedenfalls in Schutz. "Man sieht alles nur von hinten. Ich bin mir noch gar nicht sicher, ob er überhaupt eine Sperre bekommt", sagte Pacult.

Edlinger steht auf Patocka

"Jürgen Patocka spielt ausgezeichnet. Ich frage mich was der Trainer macht, wenn Tokic wieder zurückkommt", so Edlinger nach dem Spiel. Patocka ist derzeit nicht nur von der Stimmung bei den Heimspielen im Hanappi-Stadion angetan ("Mattersburg hat Zuschauer, Rapid hat Fans"), sondern hat auch seine Verpflichtung mehr als gerechtfertigt.

Pavlovic und Aganun verletzt

Wacker Innsbruck muss in den kommenden Wochen auf die Stammspieler Zeljko Pavlovic und Shola Aganun verzichten. Torhüter Pavlovic zog sich beim Aufwärmen einen Sehneneinriss im rechten Schulter-Eckgelenk zu und fällt voraussichtlich drei Wochen aus. Aganun erlitt in einem Zweikampf mit Hiden einen doppelten Bänderriss im linken Sprunggelenk und muss vier Wochen pausieren.(APA)

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    Hickersberger war mit dem Start zufrieden.

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