Rust: Kinderporno-Produzent gab sich als Pädagoge aus

13. Juli 2007, 16:37
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Hat Kinder zu Fotocastings in Hotels eingeladen - Begleitpersonen wurden wegen aufreizender Posen misstrauisch

St. Pölten/Eisenstadt - Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei erstmals in Österreich einen mutmaßlichen Kinderporno-Produzenten verhaftet. Der 33-jährige Mann aus Rust im Burgenland soll sich als Pädagoge und Projektleiter eines EU-geförderten Kinderfilmprojektes ausgegeben haben, um an seine jungen Opfer heranzukommen. Bei insgesamt vier Hausdurchsuchungen sei eindeutig belastendes Material sichergestellt worden, gab die Polizei am Mittwoch bekannt.

Aufreizende Posen

Im vergangenen November soll sich der Verdächtige mit 15 Unmündigen (unter 14 Jahre) aus Österreich, Deutschland und Frankreich für ein "Fotocasting" in einem Hotel im Bezirk Waidhofen/Thaya einquartiert haben. Begleitpersonen wurde jedoch misstrauisch, weil der Burgenländer die Kinder ausschließlich in viel zu enger oder viel zu großer Badebekleidung und in aufreizenden Posen fotografiert haben dürfte.

Haftstrafe wegen Missbrauch

Die Polizei wurde eingeschaltet, vorerst sichergestellte Fotoserien seien zwar "hart an der Grenze zur Kinderpornografie" gewesen, hätten aber den eindeutiger Tatbestand nach dem Strafgesetzbuch nicht erfüllt. Doch als die Kriminalisten im Lauf der Ermittlungen fest stellten, dass der Verdächtige schon eine mehrmonatige Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs verbüßt hatte, blieben sie dran. Und tatsächlich: Im Jänner tauchte der nächste Hinweis auf. Wieder hatte sich der Verdächtige in einem Hotel eingemietet, diesmal mit vier unmündigen Mädchen im Bezirk Melk.

Konto überzogen

Da der Mann bereits sein Konto übermäßig überzogen hatte und die Hotelrechnung nicht mehr bezahlen konnte, wurde schließlich vom Landesgericht Eisenstadt ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Untreue erlassen.

Während er in U-Haft war, ermittelten die Kriminalisten weiter und entdeckten schließlich eindeutig kinderpornografisches Material, das er aber nicht selbst angefertigt sondern via Internet bezogen haben dürfte. Damit hat er Fotoserien produziert und diese wieder via Internet weiterverkauft. Laut Polizei gab er an, auf diese Weise seit 2003 rund 77.000 Euro verdient zu haben. (APA, simo/ DER STANDARD Printausgabe 12.7.2007)

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