"In Österreich werden Rollen noch länger so bleiben"

Redaktion, 21. November 2007 17:54
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    Foto: standard/ fischer

    Andrea Smioski (23) hat beobachtet, dass in anderen Ländern "Väter mit Kindern zum Straßenbild gehören"

Soziologin: In Schweden gehören Väter mit Kindern ganz einfach zum Straßenbild

Geht es nach der 23-jährigen Andrea Smioski, dann muss Gleichberechtigung weiterhin ein zentrales Thema sein. Traditionelle Geschlechterrollen würden sie noch immer überall umgeben, auffallend sei das vor allem in Haushalt und Beziehung.

Andrea ist viel im Ausland unterwegs, dabei stechen ihr traditionelle Geschlechterbilder in Österreich besonders ins Auge - zum Beispiel "verglichen mit Schweden, wo Väter mit Kindern ganz einfach zum Straßenbild gehören".

Strukturelle Ungerechtigkeiten - wie unterschiedliche Bezahlung für Männer und Frauen - lassen die studierte Soziologin und Anthropologin die Prognose treffen, dass traditionelle Geschlechterrollen in Österreich "auch noch länger so bleiben werden". (lmf, DER STANDARD Printausgabe 12.7.2007)

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Tedesca
12.07.2007 15:37
Gähn...

Ich (Frau) hab diesen Gleichberechtigungsquatsch schon soooo satt. Seit 20 Jahren erfolgreich unter Männern in der Arbeitswelt denk ich mir, dass Erfolg im Grunde an den Möglichkeiten und an der Persönlichkeit liegt, nicht am Geschlecht. Natürlich bin ich auch der Meinung, dass Frauen für denselben Job auch das selbe Gehalt kriegen müssen - eh klar, aber alles andere hat man durch Gesetze eh schon so geregelt, dass jeder es sich richten kann, wie er will.

Was ich wirklich schlimm finde, ist, dass man das letzte halbe Jahr Kindergeld nur kriegt, wenn der Mann in Karenz geht. Vielleicht sind viele Frauen froh, dass sie noch daheimbleiben können bei ihren Kindern. Könnte doch auch sein...

der postbote
12.07.2007 15:55
ja und nein

ja, weil ohne den willen zu karriere, wird man keine machen.

nein, weil frauen vielfach von den (zumeist) männlichen vorgesetzten, übergangen werden. u.a. deshalb, weil sie ja irgendwann schwanger werden könnten. weil es nach wie vor gang und gäbe ist, frauen für den gleichen job und die gleiche (oder bessere) leistung deutlich weniger zu bezahlen.

Peter Illico
12.07.2007 15:51
danke für dieses

klare und deutliche statement. das - erst jetzt gelesen - relativiert auch meine antwort auf ihre postingantwort weiter unten.

Mike 23
12.07.2007 11:29
Ich sehe eigentlich

viele Väter mit Kindern in Österreich.

Meiner Meinung nach gehören Väter mit Kindern auch in Österreich einfach zum Straßenbild.
Also ein Problem der Wahrnehmung? Zu klären wäre nur noch, von wem.
Michael

Peter Illico
12.07.2007 11:59
ja, finde ich auch!

der tortenfreak
12.07.2007 09:46
Wie soll das - realistisch gesehen funktionieren?

Das sich zwei Elternteile die Kindererziehung teilen ist meiner Meinung nach ein Wunschdenken, denn ohne Moos ist nix los - gerade heute bei den jungen Frauen, also wird man als Mann in die Rolle des 'Geldbschaffers' und in des Kindererziehers gedrängt - wenn ich mir so mein Leben ansehe, arbeite bis zu 60 Stunden inklusive Wochende - wie bitte soll sich das zeitlich ausgehen?

Unmögliches Wunschdenken ..

Hellsicht
14.07.2007 02:54
Ein trauriges Leben, das Sie führen (müssen?)

der postbote
12.07.2007 15:57
wenn wir (als gesellschaft) das wollen, dann geht das

siehe skandinavien.

referent lovejoy
13.07.2007 12:18

vielleicht sind wir zu blöd für eine revolution. kein mensch muß 40 std. arbeiten, es gibt nicht mal genügend jobs dafür. und was die gehälter betrifft...EUR 900 für 40std.jobs sind eine frechheit. umverteilung,umverteilung,umverteilung. genug der revolution, sonst verlier ich noch meinen job.

mailinator12
12.07.2007 13:18

Ja die heutigen Frauen sind schon faule Luder!

living reef
12.07.2007 12:18
komisch

das genau diese situation und darüber noch hinausgehende viele frauen schaffen...
klingt schon irgendwie nach einer sehr seichten ausrede.....!

Max Meier
12.07.2007 14:28

60 Stunden pro Woche berufliche Arbeit und noch darüber hinausgehend?

Diesen Menschen sollte man - um Selbstschädigung vorzubeugen - Handschellen anlegen und Zwangsruhepausen anordnen.

Kantinenessen
12.07.2007 11:30
Naja, es ist immer eine Frage des Wollens und der Prioritäten:

Willst Du wirklich 60 Stunden arbeiten?
Oder würdest Du lieber mehr Zeit mit Deinem Kind verbringen? So, dass die Frau auch Zeit für einen Beruf hat?
Ehrlich, es ist noch niemand verhungert, wenn er beruflich etwas kürzer getreten ist.
60 Stunden plus Wochenende sind nämlich nicht Gang und Gäbe.

Und NIEMAND, absolut NIEMAND ist unentbehrlich.

ursula salzwimmer
12.07.2007 09:24
In Schweden

gibt es auch Ministerinnen, was sich insofern auswirkt, daß jeder einen Anspruch auf einen Krippen/Kindergarten- und Schulplatz in der Gemeinde hat. Dafür sind halt die Nebenstraßen nicht asphaltiert.

Es ist eine Sache der Prioritätenstellung.

curlyu
13.07.2007 22:03

Ich hab in Schweden gelebt und ein bisschen einen Einblick in die dortige Gesellschaft bekommen - meiner Meinung nach funktioniert es dort durch zwei Faktoren besser:
Einerseits ein sehr flexibles Karenzsystem mit vernünftiger finanzieller Unterstützung, man kann sich sozusagen klein portioniert einteilen, wer wann auf wie lang beim Kind bleibt. Außerdem basiert das alles auf dem Tagesmüttersystem, und ich verstehe nicht, wieso man das nicht auch bei uns endlich mehr fördert. In Schweden ist die sogenannte Dagi ein Beruf wie jeder andere, will heißen, dass die Tagesmütter auch ordentlich kranken- und pensionsversichert sind.

Ja, und in Karenz gehende Väter sind dort nicht die Ausnahme wie hierzulande, sondern die Norm...

Peter Illico
12.07.2007 12:01
in österreich gibt es auch ministerinnen...!

Tedesca
12.07.2007 15:31

Dank der Quotenregelung, über die wir Frauen uns ja ganz besonders freuen

Peter Illico
12.07.2007 15:49

frauen freuen sich, weil sie so etwas gern haben wollen, wie so genannte quotenregelung. tedesca austriaca, wie können sie von "wir frauen" sprechen, wenn sie nur eine davon repräsentieren?

Tedesca
13.07.2007 09:06

Natürlich kann ich nur für mich sprechen, aber ich habe das Thema auch schon mit anderen Frauen (Hausfrauen, Müttern mit Job, Alleinerzieherinnen und Karrierefrauen - also ein relativ guter Durchschnitt) diskutiert, und wir sind uns darüber einig gewesen, dass wir nicht aufgrund unseres Geschlechts für eine Position ausgewählt werden möchten, weil wir das erst recht als Diskriminierung empfinden. "Die hat ihren Job eh nur, damit eine Quote erfüllt wird" - das denk ich mir z.B. bei vielen Politikerinnen, und das ist wahrscheinlich auch oft ungerecht, aber die Quotenregelung verleitet leider dazu (noch dazu wenn man sich die jetzigen Damen anschaut... aber das ist eine andere Geschichte)

Max Meier
12.07.2007 09:14

Die auf dem Foto ist ja selber so eine Sozialstaat-Möchtegern-Finanzunterstützungs-Rechteeinforderin .

Ob die für eine Familie die nicht irgendwann zerbricht fähig wäre?

Klar dass man gleich daran denkt die Erziehung auf den Partner abzustellen.

Würe ich auch machen.

ursula salzwimmer
12.07.2007 09:24
@Max

Dieses ist ein wirklich argumentativ schlagendes Posting !

sozusagen
12.07.2007 09:49

EMOTIONEN, nicht ARGUMENTATIONEN wirken! ;)

Gibril
 
12.07.2007 08:43

Eine Expertin mehr in Ö.
Ein Glück. :)

Saurer Zivi
12.07.2007 00:07
der herd und motor der längst überkommener rollenfixierungen: die "allgemeine" wehrpflicht nach Art9aAbs3 B-VG.

der postbote
12.07.2007 15:58
du gibst nicht auf - dafür bewundere ich dich schon fast

mit dieser energie hättest du sicherlich einen weg gefunden auch den zivildienst zu vermeiden.

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