Studie zu Erwärmungsfaktoren: Treibhausgase übertreffen Sonne um das 13-Fache

15. Juli 2007, 12:00
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Sonneneinstrahlung hat in den letzten 20 Jahren abgenommen, dennoch schreitet die aktuelle Erwärmung voran

Chilton - Der aktuelle Klimawandel ist nicht durch Schwankungen der Sonnenaktivität erklärbar: Zu diesem Schluss kamen nun Wissenschaftler aus Großbritannien und der Schweiz. Seit 20 Jahren nimmt den von ihnen untersuchten Aufzeichnungen zufolge die Sonneneinstrahlung ab, die Temperatur jedoch zu. "Durch eine Abnahme der Sonnenaktivität hätte die Erde abkühlen müssen. Man kann also nur argumentieren, dass die Erderwärmung ohne diesen Rückgang noch drastischer gewesen wäre", meint auch Stefan Rahmstorf, Experte vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sei der Einfluss der Sonne auf unser Klima noch entscheidend gewesen. Bis 1940 seien Sonnenaktivität und Temperaturen parallel angestiegen, erklärt Rahmstorf. Seit 1940 hätte bereits die steigende Smog-Belastung das Klima bestimmt; Temperaturen und Sonnenaktivität sanken bis 1970. Die aktuelle Studie zeige nun, dass sich der Trend seit 1985 gedreht hat: "Die Smog-Belastung blieb gleich und die Treibhausgase stiegen an", erklärt Rahmstorf. Seitdem erwärmt sich das Klima, trotz des Rückgangs der Sonneneinstrahlung.

Ein Bericht des Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC) bestätigt, dass Treibhausgase einen 13 Mal größeren Effekt auf die Entwicklung der Temperaturen haben als die Sonne. Mike Lockwood, Leiter der aktuellen Studie, initiierte das Forschungsprojekt zumindest zum Teil als Reaktion auf die TV-Dokumentation "The Great Global Warming Swindle" des britischen Senders Channel 4. In der Sendung wurde der Klimawandel durch die Theorie der kosmischen Strahlung als entscheidender Klimafaktor erklärt. "Ich denke die Debatte ist nun beendet", beruft sich Lockwood auf seine Forschungsergebnisse. "Die Statistiken, die in der Dokumentation gezeigt wurden, gingen nur bis ungefähr 1980, und ich wusste warum - weil die Werte danach abweichen. Aber man kann nicht einfach Teile von Daten ignorieren, weil sie einem nicht gefallen." (pte)

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