Gärten ohne Gift

15. Juli 2007, 15:00
posten

Wie ein stabiles Ökosystem im Garten angelegt wird und die Natur für sich selbst sorgt

Privatgärtner sind traditionell bösartige Giftschleudern, das steht fest. Jeder Gartenmarkt verfügt über eigene, stets wohl besuchte Giftküchen, in denen Präparate für so gut wie jedes Insekt, jede Pilzspore wohlfeil sind. "Eine Studie hat ergeben, dass der größte Anteil an der Bodenbelastung mit Chemikalien durch Privatgartenbesitzer verursacht wird", schreibt Christian Kubik im Vorwort zu seinem im heurigen Frühjahr erschienenen Buch "Gärten ohne Gift"(Österreichischer Agrarverlag, 108 Seiten, ISBN-13: 978-3-7040-2176-2, € 25,60).

Als ausgebildeter Landschaftsgärtner weiß Kubik naturgemäß, dass das Übel gewissermaßen schon an der Wurzel zu packen ist. Sprich, man soll seinen Garten so anlegen, dass die Natur für sich selbst sorgt und möglichst wenig Schädlingsbefall zu erwarten ist.

Einsatz von Nützlingen

Wie das geht, beschreibt er auch für Neueinsteiger praktisch und leicht nachvollziehbar. Schon wer beispielsweise zu viel düngt, schwächt seine Pflanzen, macht sie für Schädlingsbefall bereit und muss später mit Gift hantieren.

Pflanzenauswahl für die jeweiligen Standorte, Bodenbearbeitung, Einsatz von Nützlingen, biologische Pflanzenschutzmittel - alles wird gut geschildert, und zwar ohne Radikal-Öko-Ansatz. Denn: "Biologischer Pflanzenschutz ist mehr als Verzicht auf Chemie und Verwendung von natürlichen Produkten und Materialien. Es geht vielmehr darum, die komplexen Zusammenhänge im Lebenszyklus verstehen zu lernen".

Und: "Wer sich diese Zusammenhänge vor Augen hält und bei seinen Entscheidungen zur Grundlage nimmt, kann angemessen und im Einklang mit der Natur ein ausgeglichenes und stabiles Ökosystem in seinem Garten schaffen." Zum Abschluss gibt es jede Menge Bezugsquellen für biologische Mittel und Helferlein, für Bodenuntersuchunganstalten und Biosaatgut sowie -pflanzen. (uwo/Der Standard/rondo/13/07/2007)

  • "Eine Studie hat ergeben, dass der größte Anteil an der Bodenbelastung mit Chemikalien durch Privatgartenbesitzer verursacht wird".
    foto: av buch

    "Eine Studie hat ergeben, dass der größte Anteil an der Bodenbelastung mit Chemikalien durch Privatgartenbesitzer verursacht wird".

Share if you care.