Erstmals Exoplanet mit Wasser gefunden

23. Juli 2007, 12:19
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HD189733b ist ein Gasriese von Jupiter-Größe, der seinen Mutterstern in geringer Distanz umkreist

London - Astronomen haben erstmals Wasser auf einem Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" am Mittwoch vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtete, gelang der Nachweis einem Forscherteam der europäischen Raumfahrtbehörde ESA und des Londoner University College. Was allerdings nicht bedeutet, dass der Planet namens HD189733b erdähnlich wäre: Auf seiner Oberfläche herrschen so hohe Temperaturen, dass selbst Metalle schmelzen. Der Planet, der rund 15 Prozent größer ist als der Jupiter, besteht vornehmlich aus Gas. Gefunden wurde er in ca 63 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Fuchs.

Astronomen unter Leitung der ESA-Forscherin Giovanna Tinetti nahmen ihn mit dem im Orbit stationierten Spitzer Infrarot-Teleskop der NASA genauer unter die Lupe. Bei der Beobachtung des Vorbeizugs vor seiner Sonne seien Veränderungen im Spektrum des Lichts registriert worden, die nur mit dem Vorhandensein von Wasser bzw. Wasserdampf erklärt werden könnten, heißt es in dem Bericht.

Geringe Distanz zum Mutterstern

Die Sonne des Planeten ist ungefähr so groß wie unser Heimatstern, der Planet umkreist diese aber auf einer 30 Mal engeren Umlaufbahn als die Erde unsere Sonne, weshalb in seiner Atmosphäre Temperaturen von rund 2.000 Grad Celsius herrschen. Dies gilt jedenfalls für die sonnenzugewandte Seite. Auf der abgewandten Seite dürften die Temperaturen "nur" ein Viertel so hoch sein.

"Obwohl HD 189733b weit davon entfernt ist, bewohnbar zu sein und eine sehr feindliche Umwelt bietet, zeigt unsere Entdeckung, dass Wasser häufiger vorkommen könnte als bisher angenommen", erklärte Tinetti. "Unsere Methode kann in Zukunft eingesetzt werden, um 'lebensfreundlichere' Umgebungen zu untersuchen." Einen erdähnlichen Planeten mit Wasser in der Atmosphäre zu finden, sei der "Heilige Gral" für die Planeten-Jäger. "Dass Wasser auf einem Gasriesen außerhalb des Sonnensystems gefunden wurde, ist ein wichtiger Meilenstein auf der Straße der Entdeckung."

Exoplaneten

Planeten außerhalb des Sonnensystems wurden erstmals Mitte der neunziger Jahre entdeckt. Bisher gibt es rund 245 von ihnen, pro Monat kommen im Schnitt drei oder vier hinzu. Praktisch alle Planeten werden indirekt nachgewiesen, indem sich das von ihrer Sonne zur Erde gesandte Licht bei einem Vorbeiziehen verändert. Aus der entstehenden Lichtveränderung können Experten die Größe des Planeten, seinen Orbit und die Zusammensetzung seiner Atmosphäre ablesen. (APA/red)

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