Spion & Spion: Caughlan packt aus

22. Juli 2007, 17:33
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Ex-McLaren-Chefdesigner hat sich mit Ferrari außergerichtlich geeinigt - Vorwürfe gegen Stepney erhärtet

London/Modena - Das Oberste Londoner Gericht hat das Verfahren im Rahmen der Formel-1-Spionageaffäre gegen den ehemaligen McLaren-Chefdesigner Mike Caughlan eingestellt. Die ursprünglich für Dienstag angesetzte und auf Mittwoch vertagte Anhörung wurde kurzfristig abgesagt, nachdem sich Caughlan außergerichtlich mit Ferrari geeinigt hatte. Laut Ferrari-Sprecher Luca Colajanni zeigte sich der Brite kooperationsbereit und sicherte zu, Ferrari unter Eid alle Informationen zur Spionageaffäre mitzuteilen. Der Rennstall werde dafür im Gegenzug die im Raum stehende Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Modena fallenlassen.

Unterdessen wurden von dort indirekt die Sabotagevorwürfe gegen Ferraris Ex-Chefmechaniker Nigel Stepney bestätigt. "Wir haben eine Vorstellung, was das Pulver war", sagte Staatsanwalt Giuseppe Tibis nach einer Besprechung mit der Spurensicherung laut Gazzetta dello Sport. Die Analyse-Daten würden noch von einem zweiten Labor geprüft. Danach müsse ein Gutachten klären, ob das eingebrachte Pulver den Motoren der Ferrari geschadet habe. Die Ermittlungen befänden sich auf einem guten Weg. "Wir sehen die Quadratur des Kreises, benötigen aber noch einige Details, um alles beweisen zu können", sagte Tibis.

Stepney wird vorgeworfen, die beiden Ferrari von Kimi Räikkönen und Felipe Massa vor dem GP von Monaco Ende Mai mit einem weißen Pulver manipuliert und seinem Landsmann Coughlan zudem ein Dossier mit vertraulichen Informationen zum Ferrari F2007 zugespielt zu haben. Frau Caughlan hat das insgesamt 780 Seiten umfassende Ferrari-Dossier dann zu einem Copy-Shop nahe dem McLaren-Sitz in Woking gebracht. Ein Mitarbeiter des Geschäfts informierte daraufhin die Scuderia, und so kam die ganze Geschichte erst ins Laufen.

Abgesehen davon testet Honda-Reservist Christian Klien heute in Spa das Auto des Spyker-Teams, welches einen Ersatzmann für Christijan Albers sucht, von dem man sich am Dienstag wegen Problemen bezüglich der Sponsor-Zahlungen trennte. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 12. Juli 2007, red)

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