Mobile Domains: Kein Interesse von Wien bis Berlin

19. Juli 2007, 11:02
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Adressen werden zwar vergeben, aber kaum genutzt

Die vor einem Jahr gestartete .mobi-Domain wird weiterhin kaum genutzt. Mit einer Marketingoffensive wollen die Betreiber nun dafür sorgen, dass die für mobile Webservices vorgesehene Domain an Relevanz gewinnt. Zu diesem Zweck stellt dotMobi nun 650 Städtenamen-Domains zur Verfügung, die von den jeweiligen Stadtverwaltungen für ihren mobilen Webauftritt genutzt werden können. In den angesprochenen Städten zeigt man sich auf Nachfrage von pressetext bisweilen aber eher desinteressiert.

Sinn

"Mit mobil.berlin.de sind wir bereits seit einem Jahr mit einer Seite online, die sich speziell an mobile Nutzer wendet", meint Olf Dziadek, Chefredakteur der offiziellen Berlin-Homepage , gegenüber pressetext. Die Nutzung der .mobi-Endung mache wenig Sinn, da man sich auf die Vermarktung der etablierten berlin.de-Domain konzentriere. Darüber hinaus beginne sich für den mobilen Webauftritt eher die Formel mobil.Hauptdomain.de durchzusetzen, so Dziadek. "Wenn wir die .mobi-Endung nützen, dann wohl nur zur Weiterleitung auf die bestehende Mobilseite von berlin.de", sagt Dziadek.

Noch nicht ausführlich mit der neuen Endung beschäftigt

Auch in der österreichischen Bundeshauptstadt zeigt man den .mobi-Betreiber eher die kalte Schulter. "Ich muss zugeben, dass wir uns noch nicht ausführlich mit der neuen Endung beschäftigt haben. Meines Erachtens bietet die Domain für uns aber wenig Anreiz, da wir alle unsere Webangebote auf der bewährten wien.at-Seite bündeln", meint auch der IT-Verantwortliche der Stadt Wien, Peter Pfläging, auf Nachfrage von pressetext. Zwar kann sich auch Pfläging vorstellen, dass sich die Stadt die .mobi-Adresse sichert. Wie in Berlin will man damit aber nur die anderweitige Nutzung verhindern bzw. die Adresse zum Weiterleiten auf die Hauptdomain einsetzen.

600.000

Die .mobi-Betreiber weisen die Kritik an der neu geschaffenen Endung zumeist mit dem Verweis auf die vielen registrierten Domains zurück. So soll seit dem Start die nicht unbeachtliche Zahl von 600.000 Domains vergeben worden sein. Dass die Anzahl der vergebenen Domains nicht unbedingt etwas über den tatsächlichen Erfolg des Projekts aussagen muss, glaubt auch Richard Wein, Geschäftsführer der österreichischen Domainvergabestelle nic.at: "Eine Domain lebt von der Nutzung durch ihre Inhaber und die ist derzeit noch sehr fragwürdig".

Keine schlechte Idee

Von der Idee her sei die Schaffung einer Domain, die ausschließlich für die Nutzung des Webs auf mobilen Geräten vorgesehen ist, keine schlechte Idee, so Wein. Neben den bereits etablierten Domains würden sich Nischen-Domains wie auch .travel oder .museum aber sehr schwer tun, weil sich die Verantwortlichen für den Webauftritt ihres Unternehmens oder ihrer Plattform in erster Linie auf die bekannten Hauptdomains konzentrieren, so Wein im pressetext-Gespräch. (pte)

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