Zwei österreichische Filme in Locarno

19. Juli 2007, 14:57
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Um den Goldenen Leoparden: "Freigesprochen" von Peter Payer im Wettbewerb des A-Festivals

Bern/Wien - Das 60. Internationale Filmfestival von Locarno (1. bis 11. August) hat am Mittwoch sein diesjähriges Programm vorgestellt. Mit 8 von 17 Filmen ist die USA auf der Piazza Grande mit einer Rekordzahl von Produktionen vertreten. Der Taiwanese Hou Hsiao-Hsien, der heuer den Ehrenleoparden erhält, präsentiert auf der großen Open-Air-Leinwand die französische Produktion "Le voyage du ballon rouge". Im Wettbewerb laufen heuer 19 Filme aus 14 Ländern, darunter die dritte Regiearbeit von Anthony Hopkins ("Slipstream") und der österreichische Film "Freigesprochen" von Peter Payer.

"Hairspray" auf der Piazza Grande

Mit drei Filmen am besten vertreten in der Konkurrenz um den Goldenen Leoparden ist Frankreich, das etwa "Sous les toits de Paris" des kurdisch-irakischen Filmers Hiner Saleem zeigt. Die Hauptrolle spielt Michel Piccoli, der aus diesem Anlass den "Locarno Excellence Award" erhält. Aus Deutschland kommt der Erstlingsfilm "Früher oder später" von Ulrike von Ribbeck. In der "Settimana della Critica" wird der zweite österreichische Film in Locarno, Günter Schwaigers Doku "Hafners Paradies", gezeigt.

Unter den US-Filmen auf der Piazza Grande befinden sich mehrere Großproduktionen, darunter der Action-Film "The Bourne Ultimatum", der dritte Teil der Trilogie mit Matt Damon, die Musikkomödie "Hairspray" mit John Travolta, Michelle Pfeiffer und Queen Latifah, und Robert Rodriguez' Horrorparodie "Planet Terror".

Änderungen zum Jubiläum

Das größte Schweizer Filmfestival feiert sein 60-jähriges Bestehen. Dazu hat es, neben einem neuen Festivaldesign mit dem langjährigen Leopardenfell-Muster, einige Neuerungen vorgestellt. Das Hauptprogramm ist neu in fünf Sektionen aufgeteilt. Neben der Piazza, dem Internationalen Wettbewerb, dem Wettbewerb "Cineastes du present" und dem Kurzfilm-Programm "Leopards de demain" gibt es neu die Sektion "Ici & Ailleurs" mit politisch relevanten Dokumentar- und Spielfilmen. In diesen fünf Sektionen laufen rund 80 Filme aus 30 Ländern, darunter gegen 20 Erstlingswerke.

Den 60. Geburtstag begeht das Festival am 2. August mit einem Fest. Dazu gibt es eine Ausstellung mit Festivalplakaten und einen Dokumentarfilm zur Festival-Geschichte. Zudem zeigt das Festival die Retrospektive "Retour a Locarno" mit Werken von Filmern, die in Locarno entdeckt worden sind. Erwartet werden etwa Claude Chabrol mit "Le beau Serge" (1958), Istvan Szabo mit "L'age des illusions" (1965), Alain Tanner mit "Charles mort ou vif" (1969), Mike Leigh mit "Bleak Moments" (1971) oder Fredi M. Murer mit "Höhenfeuer" (1985). Mit der Hommage "Signore & Signore" wird an große Diven des italienischen Kinos zwischen 1941 und heute erinnert. Geehrt werden etwa Anna Magnani, Giulietta Masina, Gina Lollobrigida, Sofia Loren, Claudia Cardinale, Ornella Muti oder Monica Bellucci.

Österreichs Beiträge

In "Freigesprochen", eine Produktion der Lotus-Film gemeinsam mit Iris Productions, übertrug Regisseur Peter Payer das Theaterstück "Der jüngste Tag" von Ödön von Horwath mit Frank Giering, Corinna Harfouch, Robert Stadlober und Alfred Dorfer. Darin geht es um einen kurzen Kuss im falschen Augenblick - die verspätete Reaktion auf ein Signal löst daraufhin ein Zugsunglück mit 22 Toten aus. Obwohl das Gericht den Verantwortlichen freispricht, hat sich die Schuld in dessen Gewisen festgesetzt. Günter Schwaiger porträtiert in seiner Doku "Hafners Paradies" den ehemaligen Waffen-SS-Offizier Paul Maria Hafner, der nach dem Krieg nach Spanien geflohen ist und dort - gestärkt von Gleichgesinnten und vom Gesetz unbeachtet - an seiner Weltsicht festhalten konnte. (APA/sda)

Link: pardo.ch
  • "Freigesprochen"
    foto: poool

    "Freigesprochen"

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