Reaktionen: "Ein wahrhaft großer Österreicher"

12. Juli 2007, 19:23
25 Postings

Fischer: "Mit dem Tod von Leon Zelman ist eine Persönlichkeit von uns gegangen, die man als Ausnahmeerscheinung bezeichnen darf"

Nach dem Tod von Leon Zelman herrscht landesweit Betroffenheit.

Mit Trauer und Betroffenheit reagierte der JWS-Präsident und Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl auf den Tod von Leon Zelman: "Mit Leon Zelman verlieren wir einen Menschen, dessen Leben, dessen Wirken und dessen Herz so voll, so traurig und so großartig war, wie es kein Roman fassen kann. Leon Zelman hat nicht die Distanz, sondern die Versöhnung gesucht. Er hat nicht die Abrechnung, sondern das Miteinander und die Zukunft zum Leit- und Lebensbild erhoben."

Auch die Israeltische Kultusgemeinde ist tief betroffen über das Ableben von Leon Zelman. Österreich und die jüdische Welt würden mit ihm einen großartigen Menschen von hoher moralischer Integrität verlieren. Trotz seiner bitteren Traurigkeit habe er keine Vergeltung gesucht, sondern Versöhnung und wollte besonders der Jugend helfen, den Weg in eine neue Welt der Toleranz und des gegenseitigen Verstehens zu finden.

Persönlichkeit

"Mit dem Tod von Leon Zelman ist eine Persönlichkeit von uns gegangen, die man als Ausnahmeerscheinung bezeichnen darf", sagte Bundespräsident Heinz Fischer heute zum Ableben von Zelman.

"Ich kann sagen, dass ich mit ihm auch einen guten Freund verloren habe", zeigt sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer persönlich betroffen. Er habe ihn als "weltgewandten, offenherzigen, begeisterungsfähigen und optimistischen Menschen kennen gelernt, der seine Standpunkte in einer unverwechselbaren Art vertreten hat."

Großer Österreicher

"Mit Leon Zelman ist ein wahrhaft großer Österreicher von uns gegangen", zeigt sich auch der Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, tief betroffen.

Seniorenbund-Obmann Andreas Khol: "Österreich schuldet Leon Zelman Dank und Anerkennung für seine Lebensleistung. Wir trauern um ihn."

Tief betroffen zeigte sich auch Vizekanzler Finanzminister Wilhelm Molterer: "Als Überlebender des Holocaust hat sich Leon Zelman bereits in jungen Jahren aktiv gegen das Vergessen und für die friedliche Begegnung der Kulturen eingesetzt. Das verständnisvolle und von gegenseitigem Respekt getragene Miteinander der Menschen verschiedener Herkünfte und Religionsbekenntnisse war mit dem Namen Zelman stets untrennbar verbunden", so der Vizekanzler.

Jankowitsch: Zelman war "unersetzliche Stimme des Gewissens"

In seiner Eigenschaft als Präsident der Jerusalem Foundation Österreich hat der frühere Außenminister Peter Jankowitsch den verstorbenen Gründer und Leiter des Jewish Welcome Service, Leon Zelman, als einen "unermüdlichen Mahner und Rufer gegen Vergessen und Indifferenz" gewürdigt. Mit Zelmans Ableben sei in Österreich "eine unersetzliche Stimme des Gewissens verstummt", erklärte Jankowitsch, der als einstiger österreichischer UN-Chefdelegierter auch Präsident des Weltsicherheitsrates gewesen war, in seinem am Donnerstag in Wien veröffentlichten Nachruf.

Als einer der Mitbegründer des österreichischen Zweiges der Jerusalem Foundation, "dieser zum Nutzen der jüdischen und arabischen Bewohner Jerusalems geschaffenen Einrichtung", habe sich Leon Zelman tatkräftig für Projekte der Stiftung eingesetzt, u.a. für einen Ort der Begegnung für junge Menschen, der auch seinen Namen trage. "Das Werk der Versöhnung, dem sich Leon Zelman in Österreich so nachhaltig gewidmet hat, fand in diesem Rahmen auch eine internationale Dimension", betonte Peter Jankowitsch.(red/APA)

Share if you care.