Mikrokredite: Kampf gegen Armut via Handy

18. Juli 2007, 10:07
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Mobilfunktechnologie bringt Bankenservices in ländliche Regionen

Das Handy soll künftig eine Hauptrolle bei der Verbreitung von Finanzservices in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern übernehmen. Weil vielerorts Filialen und Geldautomaten fehlen, könnten Banken Mobilfunkgeräte nutzen, um Services wie Kreditvergabe oder Sparbücher anzubieten, berichtet die New York Times (NYT). Entdeckt hat das Potenzial bereits Mobilfunkriese Vodafone, der in Kenia vor einigen Wochen einen kommerziellen Service eingeführt hat, der Geldtransfers via Handy ermöglicht.

Andrang

Der Bezahldienst verzeichnet einen wahren Kundenansturm. "Wir haben die Grenze von 175.000 Kunden überschritten und jeden Tag melden sich 2.500 weitere User an", sagt Nick Hughes, Chef des Payment-Bereichs bei Vodafone. Als Grund für den rasanten Aufschwung gilt die geringe Verbreitung des Bankenwesens in dem ostafrikanischen Land. Laut einem aktuellen Bericht von Vodafone und Nokia erreichen herkömmliche Banken lediglich 19 Prozent der rund 36 Mio. Kenianer. Acht Prozent haben lediglich über Genossenschaften oder Mikrofinanz-Institutionen Zugang zu Finanzservices, schreibt die NYT.

Profit

Von der Verbreitung der Mobilfunktechnologie profitieren auch Anbieter von Mikrokrediten wie Jamii Bora, Kenias größtes Mikrofinanzinstitut. "Die Technologie verändert den Mikrofinanzsektor", zitiert die NYT Geraldine O'Keeffe von der Firma Craft Silicon, die Jamii Bora mit Verkaufsterminals ausstattet. Ähnlich dem Vodafone-System wird das Geld über Verkäufer in Tankstellen oder Läden ein- und ausgezahlt. Diese sind mit dem Zentralserver in Nairobi verbunden. Die Kunden authentifizieren sich etwa per Fingerabdruck.

Mobil

Den Aufschwung verdanken Kenias Minibanken insbesondere den seit der Einführung von GPRS enorm gesunkenen Preisen im Mobilfunkbereich. "Die ländlichen Filialen mit Computern und Internetzugängen auszurüsten ist ein Riesenprojekt mit hohen Kosten. Jamii Bora hat stattdessen den Point-of-Sale in die Filialen gebracht und damit die Computerisierung umgangen", streicht O'Keeffe die Vorteile des Systems heraus. In den kommenden zwei Monaten rechnet Craft Silicon mit dem Aufbau von 700 weiteren Jamii-Bora-Terminals. (pte)

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