Arbour protestiert gegen Steinigung eines Mannes wegen Ehebruchs

17. Juli 2007, 16:08
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UNO-Menschenrechtskommissarin: Trotz bestrehenden Moratoriums - Nun droht auch der Partnerin grausame Hinrichtung

Genf/Teheran - Die Steinigung eines wegen Ehebruchs im Iran zum Tode verurteilten Iraners hat im Westen heftige Proteste ausgelöst. Die UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour erklärte am Dienstag in Genf, sie sei sehr besorgt, dass die iranischen Behörden die Hinrichtung ungeachtet eines bestehenden Moratoriums vollstreckt hätten.

Arbour forderte Teheran auf, die geplante Steinigung der ebenfalls zum Tod verurteilten Partnerin des Mannes, Mokarrameh Ebrahimi, zu stoppen. Norwegen bestellte den iranischen Botschafter aus Protest gegen die Steinigung ins Außenministerium in Oslo ein. Der norwegische Außenminister Jonas Gahr Stoere verurteilte die "inhumane und barbarische" Hinrichtung "auf das Schärfste".

In Deutschland erklärte die Grünen-Chefin Claudia Roth, die iranische Staatsführung stehe "in der Pflicht, die Zusagen der Internationalen Gemeinschaft gegenüber einzuhalten, die besonders grausamen Strafen nicht mehr zu praktizieren und sie längerfristig abzuschaffen".

Die iranischen Behörden hatten zuvor bestätigt, dass Jafar Kiani "kürzlich" in der Nähe der Stadt Takestan in der nordwestlichen Provinz Kaswin gesteinigt worden sei. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen war er vor elf Jahren wegen Verstoßes gegen das iranische Eherecht festgenommen worden. Kiani und Ebrahimi waren Berichten zufolge zu dem Zeitpunkt mit anderen Partnern verheiratet. Ebrahimi ist zusammen mit ihren beiden Kindern im Gefängnis der Stadt Kaswin inhaftiert. (APA)

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