Erstes UNO-Migrationsforum im Gange

17. Juli 2007, 21:48
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Barroso: "Es ist absurd, 27 unterschiedliche Einwanderungsstrategien in einem offenen Raum zu verfolgen"

Brüssel - Der Präsident der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, hat beim ersten UNO-Migrationsforum in Brüssel die Kooperation der EU und Afrikas bei Einwanderungsfragen betont. Afrika sei in dieser Frage ein sehr wichtiger Partner, meinte Barroso laut AFP-Meldung von Dienstag. Er kündigte an, dass das Thema auch bei nächsten afrikanisch-europäischen Gipfel im Dezember in Lissabon behandelt werde. An dem Migrationsforum nahmen auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und Vertreter von 120 Staaten teil.

In der EU sei der Moment gekommen, "um diejenigen Arbeitgeber, die illegale Arbeitskräfte ausnützen, wie Kriminelle zu behandeln", meinte Barroso. "Die EU befasst sich seit acht Jahren mit Migrationspolitik", so Barroso. Die Thematik sei noch relativ neu für die EU. Er bekräftigte seine Forderung nach einheitlichen EU-Migrationsstandards. "Es ist absurd, 27 unterschiedliche Einwanderungsstrategien in einem offenen Raum zu verfolgen", sagte er. Dem Kommissionspräsidenten zufolge könnte die Migration durch eine Umleitung des Geldtransfers in die Ursprungsländer der Emigranten, die Anhebung des Wohlstands und durch den Wissensaustausch auch zu einer Weiterentwicklung beitragen.

"Positive Auswirkungen" der Migration

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach sich in seiner Rede dafür aus, die positiven Auswirkungen von Migration zu stärken. Die Migration lasse sich nicht verhindern, sagte Ban Ki Moon. "Doch wir können bessere Migrationsbedingungen schaffen. Wir können ermöglichen, dass sich Menschen in einer sicheren und legalen Art und Weise bewegen und ihre Rechte geschützt werden." Er begrüßte bei der Eröffnung, dass das Treffen überhaupt stattfand. Erst vergangenen September hatte sein Vorgänger Kofi Annan die Schaffung des neuen, von der UNO weitgehend unabhängigen Diskussionsforums angeregt.

Das bis Mittwoch dauernde Treffen soll dem Erfahrungsaustausch dienen und Wege aufzeigen, wie durch Migration die Armut reduziert werden kann. Das nächste Treffen soll 2008 auf den Philippinen stattfinden. (APA/sda/AFP)

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