Leistungssprung bei Informationstechnik in Deutschland

18. Juli 2007, 10:08
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Studie: "Unser IKT-Bereich entwickelt sich schneller als der der anderen"

Deutschland ist im Bereich der Information- und Kommunikationstechnologie (IKT) nach den Worten von Wirtschaftsstaatssekretär Joachim Wuermeling in den letzten beiden Jahren ein Leistungssprung gelungen. Der Politiker berief sich am Dienstag in Berlin auf eine Studie von TNS Infratest. Danach verbesserte sich der so genannte ePerformanceIndex, der den Reifegrad der deutschen IKT-Wirtschaft misst, im vergangenen Jahr um knapp elf Prozent und dürfte in diesem Jahr sogar um 15 Prozent zulegen. Lag der Index noch 2005 leicht unter dem europäischen Durchschnitt, dürfte er diesen im laufenden Jahr um rund 25 Prozent überschreiten. Dennoch gibt es Nachholbedarf, etwa beim Wachstum der Branche, dem Beschäftigtenanteil, der Breitbanddurchdringung und im Bereich E-Government.

"Unser IKT-Bereich entwickelt sich schneller als der der anderen", sagte Wuermeling. Die Studie zeigen, "dass wir gut aufgestellt sind". Dennoch bleibe einiges zu tun. Darüber soll nach seinen Worten beim 2. Informationsgipfel der Bundesregierung am 10. Dezember in Hannover gesprochen werden. Die Informations- und Kommunikationstechnik sei ein Wachstumsbeschleuniger für zahlreiche Wirtschaftszweige und ein Innovationstreiber. Mit Blick auf den Fachkräftemangel, der diese Branche mehr und mehr bremse, forderte Wuermeling junge Menschen mit hoher Internetkompetenz auf, sich stärker für die Technologien und eine Ausbildung in dem Bereich zu interessieren. "Hier ist einer der Bereiche, nach denen sich in zehn bis 20 Jahren die Industrie die Finger leckt."

Der von INS Infratest errechnete Gesamtindex setzt sich aus jeweils zehn Schlüsselkriterien in den Segmenten Gesamtmarkt, Infrastruktur und Anwendungen zusammen. Sowohl im Segment Markt als auch Infrastruktur lag Deutschland noch 2005 deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. 2007 dürfte dieser um jeweils gut 20 Prozent überschritten werden. Bei den Anwendungen, bei denen es um Dinge wie die Nutzung des elektronischen Geschäftsverkehrs oder den Internet-Zugang von Haushalten geht, hatte Deutschland schon vor zwei Jahren relativ gut gelegen. Besonders ausgeprägt ist die deutsche Stärke im elektronischen Geschäftsverkehr. Insgesamt erreicht Deutschland bei 20 von 30 Kernkriterien mindestens den europäischen Durchschnitt. Andererseits zeige sich die Notwendigkeit höherer Investitionen in diesem Bereich, hieß es in der Studie. Auch die Erledigung von Angelegenheiten mit öffentlichen Verwaltungen via Internet ist in Deutschland noch nicht auf europäischem Durchschnittsniveau.(Reuters)

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