Schnee im Juli: "Zucker" auch in niedrigeren Lagen

11. Juli 2007, 17:03
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Bis zu zehn Zentimeter auf 1.200 Metern

Schneefall im Juli: Mehrere niedrigere Gebirgslagen wurden am Dienstag nach einem Absinken der Schneefallgrenze "angezuckert": In Salzburg lagen auf 1.200 Metern Seehöhe auf der B99 zwischen Tweng und Untertauern und der Großglockner- Hochalpenstraße sogar zehn Zentimeter Neuschnee. Kühles Weiß fiel auch in den Bergen der Steiermark und Vorarlberg.

Am 1.788 Meter hohen Sölkpass - der Bezirksgrenze zwischen Murau und Liezen, die in der Steiermark traditionell als erstes von Wintersperre betroffen ist - hat es in der Nacht von Montag auf Dienstag bis auf rund 1.500 Meter heruntergeschneit, hieß es seitens der Gemeinde St. Nikolai am Sölkpass. Am Dienstagvormittag war der Gipfel noch immer weiß, doch der heftige Regen werde die Schicht bald zum Schmelzen bringen lassen. Gesperrt wurde der Pass nicht. Auch auf dem 1.906 Meter hohen Gipfel der Planai oberhalb von Schladming hat es rund fünf Zentimeter geschneit.

Kälteeinbruch

Durch den Kälteeinbruch sank die Schneefallgrenze in Vorarlberg laut Wetterdienst Bregenz in Vorarlberg zu Wochenbeginn bis auf rund 1.600 Meter. Nach heftigen Schneefällen war die Silvretta Hochalpenstraße am Montagabend und zunächst auch am Dienstag nur mit Schneeketten passierbar. Die Schneekettenpflicht wurde laut ÖAMTC aber am Dienstagvormittag aufgehoben.

Laut ZAMG liegen in höher gelegenen Gemeinden Vorarlbergs, etwa in Lech am Arlberg oder in Gargellen (Montafon) einige Zentimeter Schnee, sonst sei Vorarlberg lediglich stellenweise angeschneit. Der Schnee werde aber nicht liegen bleiben, spätestens zum Wochenende erwarteten die Meteorologen wieder sommerlichere Temperaturen.

Weniger Probleme machte das Wetter in Kärnten: Mit Ausnahme der Großglockner-Hochalpenstraße, die nur mit Ketten befahrbar war, blieb das Bundesland verkehrsmäßig von Schneeproblemen verschont. Nach Angaben der Wetterdienststelle Klagenfurt hat es in den Hohen Tauern zwar rund 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee gegeben, Verkehrsbehinderungen wurden von der Polizei jedoch keine gemeldet. Auch Überflutungen blieben trotz teilweise enormer Regenmengen - in den Karawanken sind seit den Nachtstunden mehr als 100 Liter pro Quadratmeter gemessen worden - aus. Ab Mittag sollte sich das Wetter dann bessern, versprach Meteorologe Christian Stefan.

In Nord-, Süd- und Osttirol gab es durch den Temperatursturz vorerst keine nennenswerten Verkehrsbehinderungen. Lediglich auf der Silvretta-Hochalpenstraße musste in der Nacht zum Dienstag kurzzeitig Kettenpflicht für alle Fahrzeuge verhängt werden, meldete die Polizei.

In Südtirol lag die Schneefallgrenze bei 2.000 Metern. Für höhere Passstraßen war Winterausrüstung notwendig, teilte die Verkehrsmeldezentrale in Bozen mit.

"Nicht ungewöhnlich, aber auch nicht an der Tagesordnung"

"Nicht ungewöhnlich, aber auch nicht an der Tagesordnung", kommentierte Thomas Wostal von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die Wetterlage. Die vergangenen Schneefälle bis in derartige Seehöhen wurden seien fast auf den Tag genau, am 8. Juli 2005 aus Bad Gastein, und am 8. Juli 1996 gemeldet worden. Der Kaltlufteinbruch vom 7. und 8. Juli 1996 führte im Gebirge bis auf 1.500 Meter herab zu Schneefällen.

Auch ein knappes Jahr später, am 22. Juni 1997, bewirkte ein Kaltlufteinbruch in Österreich verbreitet ergiebige Niederschläge. In Tirol fielen bei einer Schneefallgrenze um 1.200 Meter bis zu 40 Zentimeter Neuschnee. Besonders betroffen waren die Almwirtschaft im Ötztal und im Zillertal. In Gries am Brenner kam es zu Vermurungen und Überflutungen, und auf der Brenner- Autobahn standen Schneeräumungs- Fahrzeuge im Einsatz. (APA)

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