Premier Brown: Entscheidung über Nicht-Auslieferung "extrem enttäuschend"

12. Juli 2007, 14:50
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Russland bleibt hart: Verdächtiger Lugowoi in Fall Litwinenko wird nicht an Großbritannien ausgeliefert

London - Im Mordfall Litwinenko bleibt Moskau hart und liefert den russischen Ex-Agenten Andrej Lugowoj nicht nach Großbritannien aus. Die russischen Behörden hätten das offiziell abgelehnt, teilte die britische Staatsanwaltschaft am Dienstag in London mit. Der britische Premierminister Gordon Brown nannte die Entscheidung "extrem enttäuschend". "Wir bedauern es zutiefst, dass Russland nicht die nötige Zusammenarbeit in dieser Sache zeigt. Das ist eine ernste Angelegenheit", sagte Browns Sprecher. Großbritannien prüfe nun weitere Schritte. Die Kooperationen mit Russland müsse "sorgfältig geprüft" werden.

Russland schlug nach Angaben der Staatsanwaltschaft vor, Lugowoj in seiner Heimat vor Gericht zu bringen. Dies lehnte die Anklagebehörde jedoch als "nicht akzeptabel" ab: "Die Vorwürfe gegen Lugowoj sind, dass er einen britischen Bürger in unserer Hauptstadt ermordet hat. Der angemessene Ort für solch ein Gerichtsverfahren ist deshalb London." Browns Sprecher sagte, ein Prozess in Moskau hätte nicht die nötige "Unabhängigkeit" und "Fairness".

Der russische Ex-Geheimdienstagent und britische Staatsbürger Alexander Litwinenko war im vergangenen November an einer Vergiftung mit radioaktiven Polonium 210 in London gestorben. Er war ein entschiedener Kritiker des Kreml.

Die britische Staatsanwaltschaft sieht Lugowoj als den Mörder Litwinenkos und hatte im Mai seien Auslieferung gefordert. Lugowoj hatte darauf in Moskau jegliche Schuld am Tod seines Bekannten von sich gewiesen. Im Gegenzug behauptete der Geschäftsmann, hinter dem Mord könnten der im Londoner Exil lebende Kreml-Kritiker Boris Beresowski und der britische Geheimdienst stehen. (APA/dpa)

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