Drei Teenager planten Mord

13. Juli 2007, 16:35
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Jugendliche wollten Mädchen vergewaltigen und töten - Idee aus Horrorfilmen

Trofaiach - Ihr Motiv war, "einen Menschen beim Sterben zu beobachten", sich selbst bezeichneten die drei jungen Männer als "horrorgeil". In der Nacht auf Samstag machten sich drei Steirer im Alter von 15, 16 und 19 Jahren aus dem Bezirk Leoben auf die Suche nach einem geeigneten Opfer, das sie nach vollendeter Tat in die Mur werfen wollten.

Per Handschlag hatte das Trio vereinbart, ein Mädchen zu vergewaltigen und es anschließend zu töten. Wegen "ungünstiger Umstände" verschoben sie die Tat. Ursprünglich war der Mord an einem Polizisten geplant.

Horrorfilm

"Gott sei Dank ist nichts passiert", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag zum Standard. Die jungen Männer hatten sich zur Tat durch einen Horrorfilm, in dem ein Mensch zersägt wird, inspirieren lassen. Sie wollten sich an der Tötung, der Todesangst und den Qualen ihres Opfers ergötzen, gaben sie bei den polizeilichen Einvernahmen zu Protokoll.

Die Gruppe beließ es nicht bei Gedankenspielen. Der 15-Jährige besorgte aus dem Elternhaus ein 30 Zentimeter langes Küchenmesser, der 19-Jährige zog sich zur Tarnung Frauenkleider an. Sie stahlen drei Mopeds und zogen los. Auf dem Weg trafen sie auf vier Mädchen, die sie kannten. Weil sie fürchteten, die Polizei könnte eine von ihnen vernehmen, gaben sie allerdings auf.

Anonymer Anruf

Ausgeforscht wurden die Teenager eher zufällig nach einem anonymen Anruf im Zuge der Ermittlungen wegen diverser Eigentums- und Suchtgiftdelikte. In den bisherigen Vernehmungen haben sich die drei Männer "voll geständig" gezeigt, die Tat geplant zu haben. Deswegen rechnet Peter Hödl von der Staatsanwaltschaft Leoben damit, dass die U-Haft nicht lange dauern wird. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen "verbrecherischen Komplotts", also "Verabredung zur Ausübung eines Mordes" erhoben. Wegen "Tatausübungsgefahr" wurden die Jugendlichen vorerst nicht auf freien Fuß gesetzt. Weiters wurde ein psychiatrisches Gutachten beantragt.

Zurzeit laufen die Voruntersuchungen. Der 15- und der 16-Jährige könnten mit bis zu zweieinhalb Jahren, der 19-Jährige mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Die steirische Jugendanwaltschaft würde von einer harten Bestrafung absehen. (Marijana Miljkoviæ, DER STANDARD Printausgabe, 11.7.2007)

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