Angriff der Bakterien: Kleine Siedler in unserem Körper

16. Juli 2007, 20:38
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Ohne die Abermillionen Bakterien, die im und auf dem Körper leben, gäbe es den Menschen nicht - Am liebsten haben sie es feucht und warm

Sie sind so klein, dass man sie nicht sehen kann, sind kugelig, schraubig, manchmal behaart und leben mit uns auf engstem Raum zusammen: Bakterien, die widerstandsfähigste Lebensform auf der Erde. Sie können nicht nur im und auf dem menschlichen Körper, sondern auch an den tiefsten Stellen des Meeres, im Wüstensand oder in heißen Quellen leben, wie der Mediziner Hesso Farhan den Ö1-Kinderuni-Reportern erklärte.

Die Mikroorganismen können durch Nahrung, verseuchtes Wasser oder aus der Luft aufgenommen werden. Am wohlsten fühlen sich Bakterien an einem warmen, feuchten Ort - so wie in der Nase oder im Mund. Deswegen sind sie, gemeinsam mit den Viren, auch die häufigsten Auslöser für Schnupfen. Wenn feindliche Mikroben die Schleimhäute angreifen, dann bekommt das der Körper meist ganz allein in den Griff. Die Abwehrkräfte des Immunsystems wehren jeden Tag Millionen von feindlichen Viren und Bakterien ab. Je öfter der Körper angegriffen wird, desto besser lernt er, sich zu schützen. Denn wenn er einmal eine Abwehrmethode gegen Krankheitserreger gefunden hat, kann er immer wieder darauf zurückgreifen. Das ist auch der Grund, warum Kinder häufiger Schnupfen bekommen als Erwachsene. Schließlich gibt es über 200 Schnupfen-Erreger, die es zu bekämpfen gilt.

95 Prozent Bakterien

In der Tat sind die wenigsten Bakterien schädlich für den Menschen. Im Gegenteil: Der Körper besteht zu 95 Prozent aus Bakterien - ohne Bakterien würde es den Menschen gar nicht geben. Allein auf der Haut eines einzigen Menschen wuselt eine Billion Bakterien umher, also viel mehr, als Menschen auf der Erde wohnen. In den Achselhöhlen siedeln mehrere Milliarden Bakterien pro Quadratzentimeter und ernähren sich von den Hautschuppen, die ständig abfallen. Und im Darm leben gar 100 Billionen Bakterien, die bei der Verdauung helfen.

Weil es auch nützliche Bakterien im Körper gibt, sollte man auch so wenig wie möglich zu Antibiotika greifen. Denn die Medikamente, die die Vermehrung von Bakterien stoppen, zerstören auch jene, die etwa für die Darmflora eine wichtige Rolle spielen. Als Bakterien-Killer leisten aber auch Gewürze gute Dienste: Die Stoffe, die in Knoblauch, Zwiebeln, Thymian oder Koriander enthalten sind, töten Bakterien ganz ohne Nebenwirkungen ab. (kri/DER STANDARD-Printausgabe, 10.7.2007)

Thema der nächsten Ö1-Kinderuni: "Wie hält man es aus in Hitze, Sand und Dürre ?", am Sonntag, 17.10 Uhr auf Ö1 und nächsten Dienstag im STANDARD.
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    Bakterien und Viren lösen mit Vorliebe Schnupfen aus. Doch die wenigsten Bakterienarten sind schädlich.

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