Ceku fordert Termin für Ende der Suche nach dem Kosovo-Status

12. Juli 2007, 14:42
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Stellvertretender US-Außenminister zu Besuch in Pristina

Pristina/Belgrad - Der kosovarische Premier Agim Ceku fordert von der internationalen Staatengemeinschaft einen Termin für die Beendigung der Suche nach dem künftigen völkerrechtlichen Status der UNO-verwalteten südserbischen Provinz. Der Prozess habe "sichtlich an Rhythmus" verloren, stellte Ceku in seiner regelmäßigen Rundfunkansprache am heutigen Montag, fest. Man habe noch immer Vertrauen in die Freunde und Partner. "Hätten wir das Vertrauen verloren, würden wir die Tür aus Protest zuschlagen", so Ceku.

In Pristina ist der stellvertretende US-Außenminister Daniel Fried am Nachmittag zu einem Besuch eingetroffen. Fried wird am Dienstag auch in Belgrad erwartet.

Die USA und die Mitglieder der Kosovo-Kontaktgruppe seien der Ansicht, dass der Status-Vorschlag von UNO-Vermittler Martti Ahtisaari eine gute Grundlage für die Fortsetzung der Gespräche sei, erklärte Fried am Sonntag in Podgorica. Auch würden die USA eine Weiterführung der Verhandlungen um weitere sechs Monate unterstützen. Der Präsident des Kosovo, Fatmir Sejdiu, lehnte eine Gesprächsfortsetzung mit Serbien am Samstag allerdings ab.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow drohte Medienberichten zufolge unterdessen indirekt mit einem Veto bei einer Abstimmung über den Kosovo-Status im UNO-Sicherheitsrat. Jede Resolution, die Belgrad ablehne, schaffe es nicht durch den Rat, zitierte die Nachrichtenagentur RIA-Nowosti den Minister am Montag. Eine Entscheidung sei nur möglich, wenn beide Seiten - also Belgrad und Pristina - sich einig seien, bekräftigte Lawrow am Montag in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.

Der UNO-Sicherheitsrat wird am heutigen Montag über die Umsetzung der demokratischen Standards im Kosovo beraten. (APA)

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