Die Sisyphe

31. Juli 2007, 18:53
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Julie Nioche auf den Spuren des Existenzialismus

In einer Welt, in der alles machbar wäre, hätte der Mythos von Sisyphos keinen Platz. Doch die französische Choreografin Julie Nioche bringt diese Figur bereits zum zweiten Mal auf die Bühne

Albert Camus hat in seinem Werk über die antike Figur vorgeschlagen, dass man sich Sisyphos glücklich vorstellen müsse. Wie sehr diese existenzialistische Formel auf Nioches "La Sisyphe" passt, darf nun überprüft werden. Der Künstlerin zufolge ist der Sisyphos-Mythos ein Symbol für leere, nutzlose Bewegungen.

Waren die Figuren in der ersten Version dieser Arbeit noch in eine männliche und eine weibliche aufgeteilt, so verkörpert Nioche nun beide Geschlechter. Zu den Sounds von Jim Morrison gibt sie sich der verschwenderischen Metamorphose durch zunehmende Erschöpfung hin, um die Grenzen des Körpers neu zu zeichnen. (ploe, DER STANDARD/Printausgabe, 10.07.2007)

>> "La Sisyphe" im Kasino am Schwarzenberg-platz, 13. 7., 22.00
  • Mit Camus über den Wolken des Körperhorizonts: Julie Nioche.
    foto: camus

    Mit Camus über den Wolken des Körperhorizonts: Julie Nioche.

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