Deutscher "Mülltourismus" explodiert

11. Juli 2007, 08:58
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Müllausfuhren erreichten 2006 ihren Höchststand - Mülleinfuhren aber immer noch deutlich höher

Dessau - Der Mülltourismus von und nach Deutschland hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Zwei Millionen Tonnen genehmigungspflichtige Abfälle wurden 2006 aus der Bundesrepublik ausgeführt, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Montag in Dessau mitteilte. Das war fast doppelt soviel wie 2005, als 1,1 Millionen Tonnen exportiert wurden.

Eingeführt wurden 2006 rund 5,6 Millionen Tonnen, so dass das Gesamtvolumen mit 7,6 Millionen Tonnen genehmigungspflichtigen Müllim- und exporten laut UBA im vergangenen Jahr so hoch wie nie zuvor war. Für 2007 erwarteten die Fachleute des UBA für sowohl Aus- als auch Einfuhr keine großen Veränderungen.

Genehmigungspflichtig sind den Angaben zufolge Abfälle mit gefährlichen Inhaltsstoffen sowie andere, mit Umweltrisiken behaftete Materialien. Die stark gestiegenen Abfallexporte sind den Angaben zufolge zum Teil darauf zurückzuführen, dass seit Juni 2005 nicht vorbehandelte Siedlungsabfälle nicht mehr abgelagert werden dürfen und damit die Entsorgungsmöglichkeiten für biologisch abbaubare Abfälle in Deutschland knapp wurden. Solche Abfälle wurden weitgehend in die westeuropäischen Nachbarländer gebracht. "Der anfänglich befürchtete Export in Entsorgungsanlagen osteuropäischer Länder mit niedrigerer umwelttechnischer Ausstattung fand mit wenigen Ausnahmen nicht statt", erklärte die Bundesbehörde. (APA/AP)

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