Diskussion um falsche Abrechnung

9. Juli 2007, 14:59
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Ärztekammer-Ultimatum für WGKK "völlig verblödet" - Bittner verweist auf Abrechnungsfehler der Ärzte

Wien - Im Streit zwischen Wiener Ärztekammer und Gebietskrankenkasse (WGKK) um die E-Card-Abrechnung werden die Töne schärfer. Gegenüber der APA bezeichnete WGKK-Obmann Franz Bittner das heute, Montag, abgelaufene Ultimatum der Standesvertretung zur Nachzahlung von 500.000 Euro als "völlig verblödet". Aus der Kammer gab es keine Stellungnahme. Sie hat für morgen, Dienstag, eine Pressekonferenz angesetzt.

Mit Klagen gedroht

Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart hat zuletzt von "Datenchaos" gesprochen und mit einer "Klagswelle" gedroht, weil Ärzten verrechnete Leistungen nicht bezahlt worden seien. Sollte es zu keiner Nachzahlung kommen, werde man den Ärzten raten, sich das Geld von den Patienten zurückzuholen. Außerdem kündigte er Unterstützung für jene Ärzte an, die sich zu einer Klage gegen die WGKK entschließen würden.

Empörung bei der Krankenkasse

In der Kasse ist man darüber empört. Es gehe um die "verschwindend geringe Zahl" von rund 8.000 der insgesamt 1,4 Mio. Fälle im ersten Quartal 2007, darunter Patienten, die in Wirklichkeit bei einer anderen Kasse als der WGKK versichert gewesen seien. In anderen Fällen sei die E-Card nicht ins Lesegerät gesteckt worden.

"Für jeden einzelnen gibt es eine Möglichkeit, mehr oder weniger zu seinem Honorar zu kommen. Sie müssen sich nur an die Regeln halten", so Bittner, der sich die Aufregung nur so erklären kann: "Es gibt halt ein paar Ärztinnen und Ärzte, die brauchen einen eigenen Lakaien für alles. Sogar für die Abrechnung."

Keinerlei Verständnis zeigte der WGKK-Obmann für die Drohung, sich das Geld von den Patienten zurückholen zu wollen. "Wenn irgendein Arzt seinen Patienten nötigt, ein Honorar zu bezahlen, dann wird dieser Arzt mit der Wiener Gebietskrankenkasse vertragstechnisch ein Problem bekommen", betonte Bittner. (APA)

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