IAEO wird Abbau eines Reaktors überwachen - mit Video

15. Juli 2007, 09:14
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ElBaradei "erfreut" über Entwicklungen - Inspektoren sollen nächste oder übernächste Woche nach Nordkorea zurückkehren

Wien - Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) hat am Montag in Wien die Entsendung von Inspektoren nach Nordkorea beschlossen. Sie werden auf Einladung Nordkoreas die Schließung des Atomreaktor Yongbyon überwachen. Das gab der Generaldirektor der Organisation, Mohamed ElBaradei, am Montag in Wien bekannt.

Über die Entwicklungen in Nordkorea und im Iran zeigte ElBaradei sich "erfreut". Vergangene Woche haben laut ElBaradei dessen Stellvertreter und die nordkoreanische Regierung in Pjöngjang die Modalitäten für eine Schließung des Reaktors geklärt. "Es ist der Anfang eines langen und komplexen Prozesses", meinte ElBaradei vor Journalisten. Dennoch handle es ich aber um einen "Ausgangspunkt, um an den Verhandlungstisch zurück zu kehren."

Wann genau die Inspektoren nach fast fünf Jahren Abwesenheit nach Nordkorea zurückkehren werden, sei "abhängig von der Einladung durch Nordkorea". Die IAEO gehe von nächster oder übernächste Woche aus. Laut Experten der Agentur werde die Schließung Yongbyons nur "wenige Tage" dauern, dann würden Monitoringinstrumente installiert.

Der Erfolg in den Verhandlungen mit Nordkorea ist ElBaradei zufolge maßgeblich den USA geschuldet, die in direkte Gespräche mit Pjöngjang getreten seien. "Ein Dialog zwischen den USA und Iran würde sehr helfen", meinte er im nächsten Atemzug zum anhaltenden Konflikt über das iranische Atomprogramm.

Bezüglich der Anreicherungsaktivtitäten des Iran sagte ElBaradei, die Inbetriebnahme der Zentrifugen-Kaskaden sei schon "merklich verlangsamt" worden. Von einem Stopp könne jedoch noch nicht gesprochen werden.

Am Dienstag wird eine IAEO-Delegation in den Iran reisen, um mit den dortigen Behörden die offenen Probleme zu besprechen. Damit könne die Krise der letzten vier Jahre an der Wurzel gepackt werden, so ElBaradei. "Wenn wir diese Dinge klären können " und wir Gewissheit über das iranische Nuklearprogramm erlangen, wird das die Aktivitäten im Sicherheitsrat und aller Mitgliedsstaaten beeinflussen", erklärte ElBaradei in Hinblick auf weitere Verhandlungen oder gar Resolutionen. Am Ende könnte die Rückkehr der Konfliktparteien an den Verhandlungstisch stehen.

"Wenn der Iran - wie mir (der iranische Unterhändler Ali) Larijani letzte Woche hier versichert hat - ernsthaftes Engagement zeigt, handelt es sich um einen großen Durchbruch". Der Erfolg der Fact-Finding-Mission über Art und Ausmaß des iranischen Atomprogramms, wie Plutoniumexperimente oder Herkunft der Zentrifugen, hänge vom Willen des Iran ab. "Der Iran muss jetzt alles tun, um die Sache abzukühlen. Wir müssen aus der Konfrontation heraus und in Richtung Zusammenarbeit gehen", forderte er.

Die Notwendigkeit einer besseren Finanzierung er IAEO würden auch der russische und der US-amerikanische Präsident, Wladimir Putin und George W. Bush, verstehen. El Baradei sagte, er "hoffe, andere werden in der Zukunft dieser guten Nachricht Folge leisten." "Trotzdem habe ich dem Rat klar gemacht, dass dies weit entfernt davon ist, adäquat zu sein", sagte der Generaldirektor. Es bräuchte einen "komplett neuen Ansatz die Agentur zu finanzieren". Die Aufgaben der inter-governamentalen Organisation und die Zahl kritischer Missionen seien gewachsen; allein für die Infrastruktur sind laut ElBaradei 150 Millionen US-Dollar nötig. (APA)

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