Auf der Suche nach "Radfallen"

31. Juli 2007, 20:55
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Das Wiener Radroutennetz auf virtuellem Prüfstand - User können Einträge und Fotos zu gefährlichen Stellen und guten Lösungen posten

Wer sich beim Fahrradfahren in Wien über unsichere Strecken, seltsame Routenlegungen oder Ähnliches ärgert, hat seit Montag eine sinnvolle Möglichkeit, seinem Zorn Luft zu machen. Die Grünen sammeln auf einer neuen Homepage die Schwachstellen des Wiener Radroutennetzes. Und die darf jeder dort eintragen – Fotos und Verbesserungsvorschläge inklusive.

Basis der Anwendung ist Google Maps. Auf einer Wienkarte können dann vom Benutzer Punkte gesetzt werden. Drei Kategorien sind wählbar: „Gefahrenquellen“, „Gute Lösungen“ und „Lücken“. In ein Feld kann dann Lob oder Tadel hineingeschrieben werden. „Die besten Experten sind wohl die, die selbst Rad fahren“, sagte Grünen-Gemeinderat Christoph Chorherr bei der Präsentation der Webpage. Vorschläge von „Hardcore-Radlern, die unbeschränkt Vorrang haben wollen“, könne auch er „nicht gutheißen“, sagte Chorherr einschränkend. Er wünsche sich, dass nicht nur die Radler das Angebot nutzen, sondern auch die zuständigen Gremien der Stadt. Chorherr: „Ich hoffe, dass die Wiener Radwegeplanung einer unserer Hauptnutzer wird.“ Eine erste Zwischenbilanz der Aktion will Chorherr am autofreien Tag (22. September) geben. Ein Punkt, der dann auch dort sicherlich besprochen werden wird, ist Chorherrs Gefahrenquelle Nummer eins: Die Radwegkreuzung beim Burgtheater. „Die gefährlichste Kreuzung Wiens“, wie der Grün-Politiker meint. Sein Vorschlag zur Entschärfung: Die am Ring fahrenden Autos sollten nur mehr hinter – und eben nicht vor – dem Burgtheater rechts abbiegen dürfen. Außerdem seien sie „sichtbar zu benachrangen“. „Aber“, räumt Chorherr ein, „vielleicht gibt es da schlauere Lösungen.“ (pm/DER STANDARD-Printausgabe, 10.7.2007)

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