Ungarischer Vogelgrippe-Impfstoff wird eingelagert

16. Juli 2007, 13:38
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WHO hat Einrichtung strategischer Depots in besonders gefährdeten Regionen veranlasst

Budapest - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Ungarn aufgefordert, den von ungarischen Wissenschaftlern entwickelten Impfstoff gegen die Vogelgrippe H5N1 an drei neue strategische Lager in besonders gefährdeten Ländern zu liefern. Dies berichteten die Abendnachrichten des ungarischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens (MTV) am Sonntag. Wegen der ansteigenden Erkrankungen durch die auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe H5N1 sollen in Asien, im Mittleren Osten sowie in Südeuropa Depots geschaffen werden, die über hunderttausende Ampullen Impfstoff verfügen sollen.

Außer Ungarn soll die WHO noch weitere drei Länder aufgefordert haben, Impfstoff zu liefern. Laut MTV sollen strategische Lager in Vietnam, China, Ägypten und in der Türkei geschaffen werden, das heißt in jenen Ländern, in denen Menschen an H5N1 starben. Der ungarische Hersteller des Impfstoffes, die Omninvest GmbH in dem Budapest nahen Ort Pilisborosjenö, soll die kostenlose Lieferung von 100.000 Ampullen angeboten haben. Darüber hinaus soll Omninvest die ersten Auslandsgeschäfte abgeschlossen haben und zunächst 40.000 Ampullen in den Nahen Osten liefern. Da der ungarische Staat umgerechnet 8,12 Millionen Euro in die Herstellung des Impfstoffes investierte, werden 16 Prozent aller Einnahmen aus dem Impfstoffgeschäft in die Staatskasse fließen.

Der ungarische Impfstoff war an 500 Testpersonen - Kindern und Erwachsenen - erprobt worden, wobei sich bei allen ohne Nebenwirkungen schützende Antikörper im Blut bildeten. Experten hatten aber darauf aufmerksam gemacht, dass die Vakzine im Falle einer Influenza-Pandemie keinen Schutz bieten. Die Bedeutung der jüngst ausgearbeiteten Technologie bestünde darin, dass im Falle eines neuen Influenza-Virus, das von Menschen zu Mensch übertragen wird, die notwendige Technologie nicht neu entwickelt werden müsse. Mit dem in Budapest entwickelten Impfstoff sollen Menschen geimpft und vor dem H5N1-Virus geschützt werden, die mit Geflügel in Berührung kommen, wie Züchter und Tierärzte. (APA)

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