Bilanz Arzneimittel-Sicherheitsgurt

5. Oktober 2007, 16:28
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Wechselwirkungscheck per E-Card in Salzburg zieht Bilanz: Negative Folgen durch unerwünschte Nebenwirkungen konnten durch Pilotprojekt verhindert werden

Salzburg/Wien - Seit Ende Februar konnten Salzburger Patienten in den Apotheken beim Kauf ihrer Arzneimittel und bei Verwendung der E-Card ihre Medikation auf wichtige Arznei-Wechselwirkungen überprüfen lassen. Das System "Arzneimittel-Sicherheitsgurt" wurde von Apothekern entwickelt.

Pilotprojekt

Laut dem Hauptverband der Sozialversicherungen seien seit Start des Projekts bei 105 Fällen schwere Gesundheitsschäden verhindert worden. Rund 90.000 Medikamente seien auf Wechselwirkungen geprüft worden, wobei bei über 11.000 Arzneimitteln mögliche Probleme für die Patienten aufgezeigt werden konnten.

Patientenschutz

71 Apotheken und mehr als 7.500 Patienten beteiligen sich an dem Projekt in Salzburg. Der Hauptverband der Sozialversicherungträger möchte das Projekt auf ganz Österreich ausweiten. Demnächst werden in Salzburg auch Ärzte gesucht, die an dem Projekt mitarbeiten möchten.

Gefahr Nebenwirkungen

Laut der Apothekerkammer sterben pro Jahr bis zu 3.000 Menschen in Österreich an gefährlichen Nebenwirkungen von Arzneimitteln. "Gleichzeitig wird jedes fünfte Medikament falsch, doppelt oder gar nicht eingenommen. Erstmals kann die Medikamentenabgabe für alle Salzburger in ihren Apotheken auf gefährliche Wechsel- und Nebenwirkungen geprüft werden. Es werden alle rezeptpflichtigen und nicht-rezeptpflichtigen Arzneimittel über den neuen 'Sicherheitsgurt' erfasst".

Durchführung mit E-Card

Der Schlüssel für die breite und flächendeckende Anwendung ist die E-Card, die bisher nur in Arztpraxen notwendig war. Auf der E-Card werden keine Daten gespeichert. Umgekehrt kann der im Rahmen seiner Tätigkeit genau so zur Verschwiegenheit wie der Arzt verpflichtete Apotheker nur mit seiner speziellen E-Card in das System. Außerdem muss jeder Patient freiwillig sein Einverständnis zur Teilnahme an diesem Pilotprojekt erklären. (APA/red)

  • Medikamente bergen Gefahrenpotenzial, wenn sie nicht zusammen passen
    foto: photodisc

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