Kernel 2.6.22 mit zahlreichen Neuerungen veröffentlicht

20. September 2007, 11:35
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Vollkommen neue WLAN und Firewire-Stacks - Unterstützung für Blackfin-CPUs, frischer SLUB-Allocator und weniger Stromverbrauch

Etwas mehr als 10 Wochen nach der Vorgänger-Release hat nun Linux-Kernel-Maintainer Linus Torvalds eine neue Version des zentralen Bestandteils des freien Betriebsystems zum Download freigegeben. Und: Auch an der neuen Release ist die Zunahme der Entwicklungsgeschwindigkeit zu bemerken, im Kernel 2.6.22 wurden mehr als eine halbe Millionen Code-Zeilen verändert oder neu hinzugefügt - so viel wie noch nie zuvor.

Umbau

Dass dem so ist, ist vor allem einigen gröberen Umbauten zu verdanken, die für die meisten BenutzerInnen relevanteste wohl die Aufnahme eines gänzlich neuen WLAN-Stacks. Mit mac80211 soll die WLAN-Unterstützung unter Linux nun endlich auf feste Beine gestellt werden. Als Basis-Framework soll der Neuzugang die WLAN-Treiberentwicklung unter Linux vereinheitlichen und somit auch vereinfachen.

Abwarten

Derzeit wurden allerdings noch keine Treiber in den Kernel integriert, die bereits auf mac80211 setzen, extern sind aber bereits einige Lösungen erhältlich. Dazu gehören etwa die neuen iwlwifi-Treiber für Centrino-Notebooks mit 3945ABG und 4965AGN-WLAN-Chipsatz. Auch für Broadcoms bcm43xx-Treiber gibt es bereits eine portierte Version.

Juju

Ebenfalls mit einem Neustart kann die Firewire-Unterstützung im Kernel aufwarten: Mit Juju hält auch hier ein neuer Stack Einzug, der mit den Limitierungen der bisherigen Lösungen aufräumen soll.

SLUB

An zentraler Stelle tätig ist der SLUB Allocator, der sich mittelfristig um die Speicherzuweisung und -verwaltung kümmern soll. Gegenüber dem bisher zum Einsatz kommenden SLAB Allocator führt man vor allem Performance-Vorteile an, insbesondere soll er auf großen Systemen besser skalieren.

Sparsam

Weitere Verbesserungen gab es auch einmal mehr im viel diskutierten Bereich "Stromsparen". Nachdem mit der Vorgänger-Release und den darin aufgenommenen "Dynamic Ticks" die Basis gelegt wurde, wurden nun eine Reihe von Änderungen vorgenommen, um besser von dieser Infrastruktur zu profitieren. Dazu gehört etwa die "Deferrable Timers"-Flag, die signalisiert, dass gewisse Anfragen bis zum nächsten Kernel-Aufwachen warten können, und so stromsparend in einem Rutsch bearbeitet werden.

Blackfin

Weiters hält eine vollständig neue CPU-Architektur Einzug: Blackfin-Prozessoren sind vor allem im Embedded-Bereich zu finden. Einen ausführlichen Überblick über weitere Neuerungen des Linux Kerns bietet Kernelnewbies.org

Download

Kernel 2.6.22 kann kostenlos in Form des Source Codes von der Seite des Projekts heruntergeladen werden. Wie gewohnt folgt nun eine zweiwöchige Periode, in der neue Features aufgenommen werden, bevor es wieder in die Stabilisierung-Phase bis zur Release geht. Gute Chancen für die Aufnahme in Kernel 2.6.23 haben eine Reihe von Verbesserungen für das Dateisystem ext4. Auch soll Linux-Systemen mit dem Completely Fair Scheduler ein neuer Scheduler verpasst werden, der bessere Performance verspricht. (apo)

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