Opposition zeigt weiter Startschwierigkeiten

26. Juli 2007, 17:03
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Bildung einer Plattform für Präsidentschaftswahl verschoben

Moskau - Die russische Oppositionsbewegung hat sich bei Versammlung am Wochenende nicht auf eine gemeinsame Linie für die im März 2008 anstehenden Präsidentschaftswahl einigen können. Die für Samstag geplante Bildung einer gemeinsamen Wahlplattform scheiterte bei einem Treffen des Oppositionsbündnisses "Anderes Russland" in Moskau, wie eine AFP-Journalistin berichtete. Der Führer des Oppositionsbündnisses, der frühere Schachtweltmeister Garri Kasparow rief die bedrängte und gespaltene Opposition auf, sich hinter einem gemeinsamen Kandidaten für die Staatsspitze zu vereinen.

"Das Ziel ist es, alle Oppositionskräfte zu vereinen", sagte Kasparow in einer Rede. Es gehe darum, "das Regime zu zerschlagen, das unser Land in eine Katastrophe treibt". "Durch unsere gemeinsame Arbeit wird der Tag kommen, an dem die Aktivitäten dieses elenden, korrupten und erbärmlichen Regimes beendet sein werden", fügte Kasparow hinzu. Die Gemeinsamkeit der Oppositionsbewegung war allerdings erst in der vergangenen Woche in Frage gestellt worden. Der frühere Ministerpräsident Michail Kasjanow, bis dahin zweiter Vorsitzender der Bewegung "Anderes Russland", hatte seinen Rücktritt erklärt, nachdem es ihm nicht gelungen war, die Organisation hinter seiner Präsidentschaftskandidatur zu vereinigen.

Wer für "Anderes Russland" bei den Wahlen kandidieren könnte, blieb beim Kongress am Wochenende weiter unklar. Kasparow betonte erneut, dass er nicht antreten wolle. Das Bündnis strebt für den Herbst eine basisdemokratische Bestimmung des gemeinsamen Kandidaten in Vorwahlen an. Das genaue Verfahren, das eine Neuheit in Russland ist, ist bislang aber offen. Trotz dieser Unklarheiten auf nationaler Ebene ist nach Ansicht von Oppositionsvertretern in den Regionen aber ein verstärkter Zulauf der Bevölkerung zur Opposition zu verzeichnen. "Die Menschen in den Regionen sind gegen Putins vertikale Organisation der Macht", sagte eine Delegierte aus der nordrussischen Stadt Murmansk. "Der Protest nimmt zu."(APA/AFP)

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