Kein Polster zum Ausruhen

14. Juli 2007, 22:12
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Trainer Pacult erwartet im Rückspiel gegen Slo­van noch ein "enges Match" - Ausschreitungen von Preßburg-Fans verurteilt

Wien - Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid Wien hat sich am Samstagabend mit einem 3:1-(2:0)-Heimsieg gegen Slovan Preßburg eine gute Ausgangslage für das UI-Cup-Zweitrunden-Rückspiel am Samstag geschaffen. In der Slowakei steht den "Grün-Weißen" aber nicht nur aus sportlicher Sicht noch ein "heißer Tanz" bevor. Denn schon das Heimspiel der Wiener war von Ausschreitungen der rund 1.500 Gäste-Fans geprägt.

Pacult zufrieden

Die Rapidler waren von Beginn an die tonangebende Mannschaft und lagen nach 53. Minuten durch Tore von Steffen Hofmann (31., 53.) und Mario Bazina (38.) verdient mit 3:0 in Führung. "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben Druck ausgeübt. Ich war überrascht, dass die Mannschaft spielerisch und läuferisch schon so weit ist", zog Coach Peter Pacult eine zufriedenstellende Bilanz. Das 1:3 durch Slovak (88.) sei zwar vermeidbar gewesen, die Slowaken hätten sich aber durchaus ein Tor verdient.

Doppeltorschütze Hofmann, der sich nach dem 3:0 beim Torjubel beinahe verletzt hätte, erinnerte schon im ersten Bewerbspiel der neuen Saison an seine Glanzzeiten im Rapid-Dress. "Ich habe im ganzen Frühjahr kein Tor aus dem Spiel gemacht und jetzt gleich zwei", lautete der erfreute Kommentar des Spielmachers. Hofmann hatte in der ersten Hälfte einen Schlag aufs Sprunggelenk bekommen und war deshalb nach 78 Minuten sicherheitshalber durch Hannes Eder ersetzt worden. "Er hat in der Vorbereitung verbissen gearbeitet", lobte auch Pacult seine Nummer elf.

Heikkinen eine Verstärkung

Auffallend war auch die starke Leistung von Neuzugang Marcus Heikkinen, der auch für den Assist zum 2:0 verantwortlich war. "So ein Assist gelingt mir normalerweise nur einmal pro Saison", merkte der finnische "Staubsauger" mit einem Schmunzeln an. Auch Pacult war mit dem Gesehenen überaus zufrieden. "Er ist noch nicht für 90 Minuten belastbar, hat aber 70 Minuten hervorragend gearbeitet. Man hat gesehen, dass er eine absolute Verstärkung ist", betonte der Coach.

Für das Rückspiel haben die Rapidler nun die klar bessere Ausgangssituation. "Es wird noch ein ganz enges Match in Preßburg", wollte Pacult aber von einer Vorentscheidung noch nichts wissen. Slovan hat den Aufstieg in die dritte Runde, wo vermutlich Rubin Kasan (nach einem 3:0-Auswärtssieg bei Zalaegerseg) wartet, noch nicht abgeschrieben. "Rapid hat sich eine gute Ausgangsposition geschaffen, mit dem Anschlusstreffer leben wir aber noch. Wir werden alles versuchen", meinte Slovan-Coach Boris Kitka, der Hofmann als überragenden Akteur hervorhob.

Schlechter Benimm der Gäste

Während die Rapid-Fans (Pacult: "12.000 für ein UI-Cup-Spiel sind ein Traum") diesmal mustergültig ihre Mannschaft anfeuerten und dadurch positiv auffielen, wurden die slowakischen Anhänger ihrem "schlechten Ruf" gerecht. Schon vor dem Spiel hatten rund 80 Fans ein Lokal im ersten Bezirk angegriffen, im Stadion musste die Polizei dann in der 23. Minute den Sektor der Gäste-Fans stürmen, weil diese mit Erfolg den Absperrzaun zur Nordtribüne niedergerissen hatten.

Gegen Ende der Partie hatten Anhänger schließlich dreimal Feuer gelegt, die von den Einsatzkräften mit einem Wasserschlauch gelöscht werden mussten. Nach dem Spiel wurden die Gäste-Fans unter polizeilicher Begleitung in "Blöcken" zum Bahnhof gebracht. Laut Wiener Sicherheitsdirektion ist es dabei zu "keinen nennenswerten Ausschreitungen" mehr gekommen. "Ich war froh, dass so viele Zuschauer aus Preßburg gekommen sind. Es tut mir aber leid, dass zumindest die Hälfte davon unsportlich war. Die Vorfälle sind absolut zu verurteilen", sagte Kitka.

Schadenersatz im Raum

Auch für Rapids Klubservice-Leiter Andy Marek sei die Partie ein Wechselbad der Gefühle gewesen. "Es war ein Wahnsinn, was die Slovan-Fans gemacht haben." Dass es beim Rückspiel zu einer Revanche-Aktion der Fans der Hütteldorfer kommen könnte glaubt der Platzsprecher nicht. "Ich glaube, dass unsere Fans aus Kapfenberg gelernt haben."

Der Rekordmeister, der die Vorfälle gefilmt hat, wird den auf der Osttribüne entstandenen Schaden dem europäischen Fußballverband (UEFA) melden. "Der UEFA-Delegierte Teuvo Holopainen hat gesagt, dass er so etwas noch nie gesehen hat und wir versuchen sollen von den Slowaken Schadensersatz zu verlangen", merkte Marek an. Der Bericht des Generalsekretärs des finnischen Fußballverbands soll eine ganze Seite umfassen. "Von unserer Seite war gar nichts. Das freut mich besonders", betonte Marek. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Peter Pacult ist vom Aufstieg noch nicht überzeugt.

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