ÖVP will Pflicht-Jahr bei Sprachproblemen

13. Juli 2007, 15:38
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Missethon: Schuleinschreibung auf Juni vorverlegen - Bei Sprachdefizit Kindergarten ab Herbst

Wien - Die ÖVP will bei der Regierungsklausur kommende Woche ein verpflichtendes Kindergartenjahr für Kinder mit Sprachproblemen vorschlagen. Das kündigt VP-Generalsekretär Hannes Missethon im Gespräch mit der APA an. Dazu soll die Schul-Anmeldung noch einmal vorverlegt werden - und zwar auf etwa 15 Monate vor Schulbeginn.

"Wenn festgestellt wird, dass das Kind die nötige Sprachkompetenz noch nicht hat, dann sollte es eine Verpflichtung geben, dass das Kind in den Kindergarten kommt und dort soll dann eine Sprachförderung stattfinden", sagt Missethon. Derzeit gibt es zwar Sprachförderung im Kindergarten - allerdings nur auf freiwilliger Basis: Werden bei der Schuleinschreibung Mängel festgestellt, erhalten die Eltern ein "Sprachticket" über 80 Euro, das sie im Kindergarten einlösen können.

Anmeldung im Juni

Die Schuleinschreibung müsste dafür weiter vorgezogen werden, betont Missethon. Beispielsweise müssen sich Volksschüler in Wien derzeit im Dezember vor Schulbeginn anmelden. "Das ist schlicht und einfach zu spät", so der VP-Generalsekretär. "Vernünftig" wäre aus seiner Sicht eine Schuleinschreibung im Juni - also 15 Monate vor Schulbeginn - weil dann ab Herbst der Kindergarten-Besuch möglich wäre. Gelten sollte die Verpflichtung für alle Kinder mit Sprachproblemen - egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund.

Von der Regierungsklausur erwartet Missethon, "dass in diesem Tempo weiter gearbeitet wird". Die Regierung habe ja bereits "eine gute Woche" hinter sich, betont der VP-Politiker: Die "permanente Störung durch die U-Ausschüsse" sei nun zu Ende: "Es kommt uns sehr entgegen, dass wir jetzt auf die Arbeitsebene kommen, weil es immer unser Ziel war, das Regierungsprogramm umzusetzen." (APA)

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