Gedenken an Londoner Terroranschläge vom 7. Juli 2005

11. Juli 2007, 16:18
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Brown und Livingstone legten Kranz an Bahnhof King's Cross nieder

London - Zwei Jahre nach den Terroranschlägen von London haben am Samstag Hinterbliebene, Überlebende und Politiker der Opfer gedacht. Premierminister Gordon Brown und andere Regierungsvertreter legten am U-Bahnhof King's Cross Kränze nieder. Bei den Anschlägen auf drei U-Bahn-Züge und einen Bus am 7. Juli 2005 hatten die vier Selbstmordattentäter 52 Menschen in den Tod gerissen, mehr als 700 weitere waren verletzt worden.

Gleich drei Großereignisse in der britischen Hauptstadt machten unterdessen am Samstag, dem Jahrestag der Anschläge, zusätzliche Einsätze der Polizei erforderlich: der Start der Tour de France in London, das Tennisturnier von Wimbledon und das "Live-Earth"-Konzert im Wembley-Stadion.

Am Tag des Gedenkens wurde Großbritannien außerdem einmal mehr an die weiter bestehende Terrorgefahr erinnert. Ein Richter in London bestätigte die Anklageerhebung gegen den irakischen Arzt Bilal Abdullah wegen des Anschlags am Flughafen von Glasgow am 30. Juni und ordnete Untersuchungshaft für den 27-Jährigen an. Der Mann war nach Angaben der Polizei zusammen mit einem Komplizen in einem brennenden Geländewagen, in dem sich ein Sprengsatz befand, gegen den Eingang der Empfangshalle des Airports gerast.

Unterstützung anderer Terroristen

Zudem soll der Iraker mit Unterstützung anderer Terroristen zwei Autobomben in London platziert haben, die allerdings nicht explodierten. Die sieben andere Verdächtigen befinden sich in Polizeigewahrsam. Abdullah wurde von den Ermittlungsbehörden der "Verschwörung mit anderen zur Herbeiführung von Explosionen" beschuldigt, durch die Menschen getötet und schwere Sachbeschädigungen angerichtet werden sollten.

Bei der Kranzniederlegung in London weinten viele der Beteiligten, andere brachen in den Armen ihrer Angehörigen zusammen. Überschattet wurde das Gedenken von Berichten, dass zahlreiche Überlebende immer noch auf Entschädigung warten.

Auf Wunsch der Familien gab es am Samstag keine große öffentliche Veranstaltung. Im Hyde Park soll eine Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge entstehen. (APA/AP/dpa)

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