Drei radeln um einen Heimsieg

13. Juli 2007, 13:02
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Pfannberger mit den besten Aussichten - "Ich kann dieses Rennen gewinnen" - Doping-Problematik durch Sevilla ein Thema

Wien - Das Rennen um den Gesamtsieg der Österreich-Rundfahrt scheint vor der 59. Auflage, die am Sonntag in Mayrhofen im Zillertal beginnt, weit offen. Favoriten sind starke Kletterer mit Qualitäten im Zeitfahren, steht doch am vorletzten Tag des auf acht Etappen verlängerten Rennens in Podersdorf erneut ein 24,5 Kilometer langer Kampf gegen die Uhr auf dem Programm. Dort hatte der Österreicher Christian Pfannberger im Vorjahr das Gelbe Trikot an den späteren Sieger Tom Danielson (USA) verloren.

Im Zeitfahren stark verbessert

Doch Pfannberger hat seine Zeitfahr-Qualitäten enorm verbessert, war zuletzt bei der Meisterschaft im Burgenland auf Rang drei gefahren und ist daher wohl der aussichtsreichste Anwärter darauf, die seit 2003 andauernde österreichische Durststrecke nach einem Heimsieg zu beenden. "Ich kann dieses Rennen gewinnen. Das weiß ich. Und es würde mir sehr viel bedeuten", erklärte der 27-jährige Steirer, der eine leichte Verkühlung gut in den Griff bekommen hat und im Trikot des österreichischen Meisters antritt.

Abgesehen vom belgischen Meister Stijn Devolder (Discovery Channel), dem Dritten der Tour de Suisse und einem ausgesprochen guten Zeitfahrer, dürften die härtesten Konkurrenten im Kampf um das Gelbe Trikot spanisch sprechen. Das schwedische Team Unibet.com kommt mit zwei starken Kletterern - dem Kolumbianer Victor Hugo Pena und dem Venezolaner Jose Rujano, 2005 Etappensieger, Sieger der Bergwertung und Gesamtdritter beim Giro d'Italia.

Große Namen und Doping

Der größte internationale Name ist der 30-jährige Spanier Oscar Sevilla, der zuletzt die Route du Sud in Frankreich und im Vorjahr die Asturien-Rundfahrt gewonnen hat. Sevilla wird wie einige weitere Profis im Feld mit der Doping-Affäre um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes in Verbindung gebracht. Die Doping-Problematik hat also auch die Österreich-Rundfahrt längst eingeholt. Ein Startverbot für verdächtigte Fahrer wäre rechtlich aber nicht haltbar.

Sportlich werden auf den ersten beiden Etappen in Mayrhofen und Salzburg wohl die Sprinter zum Zug gekommen. Während im Vorjahr die Italiener um Danilo Napolitano die Massenankünfte dominiert hatten, sind 2007 die Deutschen stark vertreten. Neben Olaf Pollack und Steffen Wesemann (beide Wiesenhof) ist auch U23-Weltmeister Gerald Ciolek am Start. Der 20-jährige Jungstar hat heuer unter anderem bereits die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt gewonnen.

Die heimischen Topsprinter kommen aus den heimischen Topteams Volksbank und Elk - der Wiener Werner Riebenbauer bzw. der Steirer Jochen Summer, der 2005 die Schlussetappe auf dem Wiener Rathausplatz für sich entschieden hatte. Im Vorjahr hatte Pfannberger bei der Bergankunft auf dem Kitzbüheler Horn für den einzigen österreichischen Etappentriumph gesorgt. Der bisher letzte heimische Gesamtsieg geht auf das Konto des Salzburgers Gerrit Glomser. (APA)

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