Terror: Polizei weitet Ermittlungen aus

27. Juli 2007, 12:28
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Mehrere Krankenhäuser durchsucht - Angst vor Anschlag wächst

In Australien wächst die Angst vor einem Terroranschlag. Nach der Verhaftung eines Arztes indischer Abstammung verhörte die Polizei am Freitag vier weitere, im Ausland ausgebildete und in verschiedenen australischen Bundesstaaten beschäftigte Ärzte. Die Polizei suchte auch am Freitagabend noch in verschiedenen Krankenhäusern nach Material, das im Zusammenhang mit den misslungenen Anschlägen in Großbritannien verwendet worden war.

Aber auch Hinweise auf in Australien geplante Terrorattacken seien Ziel der Ermittlungen. Generalstaatsanwalt Philip Ruddock sagte jedoch am Freitag, es gebe "keine konkreten Hinweise auf eine bevorstehende Attacke".

Bei den Durchsuchungen in der westaustralischen Stadt Perth und in der rund 600 Kilometer östlich gelegenen Goldminenstadt Kalgoorlie sei "ähnliches Material" sichergestellt worden wie am Vortag bei einer Razzia im Bundesstaat Queensland.

"Drakonische" Gesetze

Dort war der indischstämmige Arzt Mohammed Haneef am Flughafen von Brisbane verhaftet worden, als er in seine Heimat Indien abreisen wollte. Er wollte nach Aussagen seiner Frau im indischen Banglore seine vor Kurzem geborene Tochter besuchen. Seit der Verhaftung ist der Mann im Rahmen der von Australien jüngst eingeführten und von Bürgerrechtlern als "drakonisch" verurteilten Antiterrorgesetze ohne Anklage in Polizeigewahrsam. Haneef soll einem der britischen Verdächtigen die SIM-Karte seines Mobiltelefons überlassen haben.

Australische Medien berichten zudem, dass zwei der in Großbritannien verhafteten mutmaßlichen Attentäter - Kafeel Ahmed und sein Bruder Sabeel - Verwandte Haneefs sind. Kafeel Ahmed ist einer jener Männern, die einen mit Gasflaschen geladenen Jeep in das Flughafengebäude Glasgows gefahren haben.

Unterdessen hat der britische Premier Gordon Brown zum zweiten Jahrestag der Selbstmordanschläge in der Londoner U-Bahn die Briten aufgefordert, sich angesichts der Terrorgefahren auf schärfere kontrollen einzustellen. (Urs Wälterlin aus Canberra/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.7.2007)

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