Natürliche Klimavariationen vor allem durch astronomische Faktoren

8. Juli 2007, 11:00
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Ergebnis neuester Eisbohrungen: Vor rund 130.000 Jahren war die Antarktis rund 4,5 Grad wärmer als heute

Bern - In der Antarktis ist es laut neuesten Eisbohrungen vor ungefähr 130.000 Jahren rund 4,5 Grad wärmer gewesen als heute. Die kälteste Periode war vor 20.000 Jahren mit zehn Grad unter dem heutigen Wert. Das europäische Bohrprojekt EPICA bestätigte damit eine frühere These von Klimaforschern der Universität Bern.

Die Abteilung für Klima- und Umweltphysik des Physikalischen Instituts der Universität Bern ist seit 1996 maßgeblich am Eiskern-Bohrprojekt EPICA beteiligt. Nun liegen erstmals Daten über die Temperaturschwankungen in der Antarktis über die letzten 800.000 Jahre vor. Die im "Science Express" publizierten Ergebnisse basieren auf einem 3.260 Meter langen Eisbohrkern von Dome Concordia in der Ostantarktis. Dabei zeigte sich, dass das Erdklima vor 400.000 Jahren einen neuen Rhythmus angeschlagen hat. In der Zeit vor 800.000 bis vor 400.000 Jahren schwankte das Klima tendenziell in einem 40.000-Jahre-Rhythmus mit kühleren, aber länger andauernden Warmzeiten. Danach folgten vier Klimazyklen von je rund 100.000 Jahren.

Klimazyklen

Bei der Erforschung der Nord-Süd-Klimaschaukel, also der Klima-Kopplung zwischen Nord- und Südhalbkugel, bestätigten sich die Voraussagen des Berner Modells. Hier bestehen bei früheren Klimazyklen starke Ähnlichkeiten mit dem in der letzten Eiszeit (vor 100.000 bis 11.000 Jahren) beobachteten Verhalten: Die damaligen großen Temperaturschwankungen in der Nordatlantischen Region sind als schwächere, zeitlich verschobene Schwankungen in der Antarktis erkennbar.

Die neuesten Ergebnisse bestätigten aber auch, dass die natürlichen, also nicht vom Menschen verursachten Klimavariationen, vor allem durch astronomische Faktoren wie der Neigung der Erdachse bestimmt werden. Andere Einflüsse wie etwa Vulkanismus und Veränderungen in der Leuchtkraft der Sonne spielten hingegen bei den natürlichen Klimaschwankungen eine untergeordnete Rolle, wie die Forscher erklärten. (APA/AP)

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