Israelische Friedensinitiative kritisiert Siedlungspolitik

17. Juli 2007, 15:33
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Peace Now: 91 Prozent des Landes nicht genutzt

Jerusalem - Rund 90 Prozent der jüdischen Siedlungen im Westjordanland haben sich laut der israelischen Friedensgruppe Peace Now (Shalom Ahshav/Frieden Jetzt) über ihre offiziellen Grenzen hinweg ausgeweitet. Gleichzeitig würden 91 Prozent des eigentlich zugeteilten Landes überhaupt nicht genutzt, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Organisation. Daraus wird der Schluss gezogen, dass es den Siedlern nur darum gehe, noch mehr Land der Palästinenser zu beschlagnahmen.

Der israelischen Regierung wird vorgeworfen, kaum etwas gegen solche illegale Enteignungen im Westjordanland zu unternehmen. Zehn Prozent des offiziellen Siedlungsgebiets gehörten ohnehin palästinensischen Privatpersonen, schreibt Peace Now. Ein Vertreter der Siedlerbewegung wies die Anschuldigungen als völlig realitätsfern zurück.

Shlomo Dror, Sprecher der israelischen Militärverwaltung im Westjordanland, stritt nicht ab, dass manche Siedlungen ihre Grenzen überschritten hätten. Die meisten von Peace Now angeprangerten Missstände seien jedoch in den vergangenen zehn Jahren behoben worden.

Im Westjordanland gibt es derzeit 122 offizielle jüdische Siedlungen sowie rund 100 illegal errichtete Außenposten. Die internationale Gemeinschaft hat Israel wiederholt aufgefordert, sich hinter die Grenzen von 1967 zurückzuziehen und das Westjordanland für einen Staat der Palästinenser freizugeben. (APA/AP)

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