Verlockung des Großen Pyhrgas

6. Juli 2007, 17:00
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Der Pyhrgas, höchster Gipfel in den Haller Mauern, weckt große Rundblickerwartungen und er wird diesen auch mehr als gerecht

Bei einer Fahrt auf der Pyhrnautobahn nach Süden fällt einem, sobald man das Talbecken von Windischgarsten erreicht, der Große Pyhrgas ins Auge. Der höchste Gipfel in den Haller Mauern beherrscht nicht nur die Szene, er verlockt geradezu zu einer Besteigung, die alle Erwartungen erfüllt. Der Rundblick von der Spitze lässt sich nur in Superlativen beschreiben, denn er reicht bis zu den Niederen Tauern und zum Großglockner in den Hohen Tauern.

Die berühmten Gesäuseberge liegen in unmittelbarer Nähe, ebenso die Erhebungen des einsamen Sengsengebirges; Spitzmauer, Warscheneck und Großer Priel grüßen aus dem Toten Gebirge, zu sehen sind weiters Dachstein und ein Teil seiner Umgebung. Hervorzuheben ist natürlich auch der Tiefblick nach Spital am Pyhrn und Windischgarsten, in das steirische Ennstal. Über das oberösterreichische Alpenvorland hinweg erspäht man sogar einen Teil des Mühlviertels. Die Haller Mauern liegen zwischen den Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse; ihre Pflanzenwelt mit zum Teil seltenen Alpenblumen lässt aber keinen Unterschied zu den geschützten Territorien erkennen.

Zwar gibt sich der Große Pyhrgas aus dem Tal recht abweisend, die Tour auf seinen Gipfel stellt aber keine sehr hohen Anforderungen, wenn nur das Wetter passt. Im Vergleich zu Großem Priel oder Spitzmauer ist eine Besteigung des Großen Pyhrgas relativ leicht, denn bis knapp unter die Bosruckhütte führt eine Straße, womit sich der zu bewältigende Höhenunterschied auf rund 1200 Meter reduziert.

Der Hofersteig zwischen dem Rohrauerhaus und dem Gipfel ist steil, teilweise rutschig, heikle Passagen sind mit Seilen gesichert. Für diesen Abschnitt sowie für den oberen, steilen Teil des Abstiegs ist Trittsicherheit absolut notwendig. Nahe der Weggabel unterhalb des Gipfels befindet sich eine Biwakhöhle.

Die Route: Auffahrt von Spital am Pyhrn bis zum Parkplatz unterhalb der Bosruckhütte, dann steigt man auf der roten Markierung in einer Dreiviertelstunde zum Rohrauerhaus auf. Nun wechselt man auf den Hofersteig, der zuerst auf den Kamm und später – in der Flanke des Berges steil – zum Gipfel des Großen Pyhrgas führt. Gehzeit ab Rohrauerhaus: 2½ bis 3 Stunden.

Nun ein kurzes Stück zurück, dann steigt man auf dem schmalen Steig über den direkt nach Westen führenden, gratähnlichen Rücken bis zum Sattel vor dem Lugkogel ab. Gehzeit ab Gipfel: 1½ Stunden. Weiter geht es nach links auf die rote Markierung; man wandert aber nicht bis zum Rohrauerhaus, sondern zweigt vorher nach rechts ab, um über die Hiaslalm die Anstiegsroute zu erreichen, auf der man zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Gehzeit ab Sattel: eine Dreiviertelstunde. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/7./8.7.2007)

Gesamtgehzeit: 5½ bis 6 Stunden; Höhendifferenz: 1200 m. Rohrauerhaus und Bosruckhütte bis Ende Oktober bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 99 (Rottenmann); Wanderkarte Pyhrn-Priel, Maßstab 1:35.000.


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  • Bosruck und Großer Phyrgas bei Spital am Pyhrn.
    foto: österreich werbung / graner h.p.

    Bosruck und Großer Phyrgas bei Spital am Pyhrn.

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