Natur in Österreich gerät unter Klimastress

11. Juli 2007, 08:58
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WWF-Studie: Kahlflächen werden größer - Fichtenbestand schrumpft - Trockenheit im Vormarsch

"Wir haben den Klimawandel schon vollzogen, jetzt wird nur noch die Veränderung beschleunigt." So drastisch formulierte Georg Erlacher von den Österreichischen Bundesforsten die klimatischen Aussichten für Österreich bis zum Jahr 2100. In einer Studie, die mit dem WWF in Auftrag gegeben wurde, kristallisierten sich weit reichende Konsequenzen für die heimische Naturlandschaft heraus.

Kaum ein wild lebendes Wesen in Österreich bleibt laut der Untersuchung vom Klimawandel verschont. Enormer Klimastress lässt den Bestand der häufigsten Baumart der Alpenrepublik, der Fichte, deutlich schrumpfen. Dafür fühlt sich der Borkenkäfer durch die steigenden Temperaturen plötzlich auch in höheren Lagen pudelwohl. Bären halten keinen Winterschlaf mehr, Rotwild findet mangels Schneedecke genügend Nahrung, was die Verbissschäden erhöht. Kaltwasserfische "flüchten" ins Gebirge oder sterben aus.

Trockenheit im Vormarsch

"Die Kahlflächen werden größer, dadurch steigt auch die Gefahr für Hochwasser, Muren und Lawinen", zeichnete Erlacher ein düsteres Zukunftsszenario. Auch punkto Trockenheit gibt es keine guten Nachrichten. "So ein trockener Sommer wie etwa 2003 war nur ein Vorgeschmack. Das wird es in Zukunft viel häufiger geben." Besonders betroffen vom Klimawandel werde die Fauna und Flora in Niederösterreich (Waldviertel, Weinviertel) sowie in Teilen der Steiermark und Kärntens sein.

ÖBf und WWF präsentierten daher eine Gegenstrategie, um den Prozess zu stoppen oder zumindest nicht zu beschleunigen. "Wir müssen die Selbstregenerationskraft des Waldes besser nützen, wir müssen Baumarten fördern, die widerstandsfähiger sind, wir müssen Biotope vernetzen und die Flüsse renaturieren", forderte Erlacher. Für WWF- Geschäftsführerin Hildegard Aichberger gilt es, "die Notbremse zu ziehen. Schon jetzt ist in Österreich die Temperatur um 1,8 Grad gestiegen." (APA)

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    Der Klimawandel setzt der heimischen Natur ordentlich zu.

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