Finder darf Meteorit behalten

16. Juli 2007, 13:49
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Landgericht Augsburg entscheidet gegen Tiroler Marktgemeinde Reutte

Innsbruck - Im Rechtsstreit der Marktgemeinde Reutte mit dem deutschen Finder eines Meteoriten, der einen Wert von 200.000 Euro haben soll, hat das Landgericht Augsburg am Freitag gegen die Tiroler Gemeinde entschieden. Der Himmelskörper, der für die Wissenschaft von beträchtlicher Bedeutung sei, gehört zur Gänze dem Physiker. "Neuschwanstein 3" war auf dem Gemeindegebiet von Reutte vom Himmel gefallen.

Die Klage wurde abgewiesen, da der Meteorit nicht als natürlicher Zuwachs des Grundeigentums von Reutte gewertet werden könne. Als Zuwachs gelte beispielsweise Erdreich, das ein Gewässer unmerklich ans Ufer spüle. Dies sei auf einen Meteoriten nicht anwendbar, da ein Meteorit nicht aus einem anderen Erdteil stamme, sondern "extraterrestrische Materie" sei. Hätte "Neuschwanstein 3" rechtlich als Zuwachs gegolten, würde er jetzt allein der Gemeinde Reutte gehören.

Auch als Schatzfund wurde der Meteorit nicht angesehen. In diesem Fall hätte der "Neuschwanstein 3" je zur Hälfte dem Finder und dem Grundbesitzer gehört. Ein Schatz sei Geld, Schmuck oder eine andere Kostbarkeit, die so lange im Verborgenen gelegen habe, dass man ihren vorherigen Eigentümer nicht mehr erfahren könne.

Meteoritensuche

Der Meteorit war am 6. April 2002 über Südbayern niedergegangen und in mehrere Teile zerbrochen. Das dritte und größte gefundene Fragment fiel auf den Tiroler Altenberg. Ende Juni 2003 machte sich der deutsche Physiker auf die Suche nach "Neuschwanstein 3". Er konnte das Einschlagsgebiet mit Hilfe von Computersimulationen eingrenzen und fand den rund 2.800 Gramm schweren Gesteinsbrocken. Nachdem der Physiker den Meteoriten dem naturhistorischen Museum zum Kauf angeboten hatte (zu einem Preis von 300.000 Euro), beanspruchte Reutte den Fund für die Gemeinde und klagte. (APA)

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