"Musharraf bezahlt für sein Doppelspiel"

10. Juli 2007, 15:45
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"The Times": Kriegsrecht in Pakistan würde Islamisten provozieren

Genf - Mit dem Konflikt um die Rote Moschee in Islamabad befassen sich am Freitag auch internationale Pressekommentare. Die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt:

"Sein (Musharrafs) Zaudern ist symptomatisch für den Umgang des Staates mit den Islamisten. Jahrzehntelang haben Armee und Geheimdienste die religiösen Parteien als Machtinstrument benutzt. Auch Musharraf hat sich - während er nach außen scharfe Anti-Terror-Rhetorik pflegte - innenpolitisch mit den Islamisten verbündet, um seine stärksten Gegner (...) auszumanövrieren. Im Gegenzug ließ er die Extremisten gewähren und ging nicht gegen Moscheen vor, in denen Gewalt gepredigt wurde. Dieses Doppelspiel musste ihm irgendwann zum Verhängnis werden."

"The Times" (London):

"Die Politisierung des Islam hat die Armee, den mächtigen Geheimdienst ISI und das politische System insgesamt geschwächt. General Musharraf hofft nun, dass eine Vereinbarung mit der im Exil lebenden Benazir Bhutto, wonach sie als Premierministerin zurückkehrt, es ermöglichen würde, die Ausrufung des Kriegsrechts zu vermeiden. Denn das würde, wie die Pakistaner fürchten, eine Konfrontation mit den Islamisten nicht nur in Islamabad provozieren, sondern im gesamten Land." (APA/dpa)

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