Angriffe der Musik- und Filmindustrie gegen P2P-Netze zeigen keine Wirkung

11. Jänner 2008, 18:09
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Aktuelle Untersuchung sieht regelrechten Boom bei der Bittorrent-Nutzung - Musik stagniert, (HD-)Filme werden immer beliebter

Mit einer Mischung aus Lobby-Arbeit für Gesetzesverschärfungen im Bereich des Copyright-Schutzes und immer neuen Anzeigen wollen Musik- und Filmindustrie den Tausch urheberrechtlich geschützter Dateien unterbinden. Allein: Allen Bemühungen zum Trotz will sich kein Erfolg einstellen, die diversen Maßnahmen zeigen offenbar keinerlei Wirkung, dies legen zumindest die aktuellen Zahlen von Big Champagne Online Media Management nahe.

Bittorrent

Das Unternehmen hat sich auf die Analyse des P2P-Traffics spezialisiert, und kann dabei keinerlei Rückgang feststellen, ganz im Gegenteil. So zeichnet sich bei Bittorrent derzeit ein regelrechter neuer Boom ab: Wurde eine Torrent-Datei im Mai 2006 im Schnitt noch von 817.588 Personen genutzt, waren es 12 Monate später bereits 1.357.318 "Seeder" und "Leecher" - ein Wachstum von immerhin 66 Prozent.

HD kommt

Den Löwenanteil der getauschten Dateien machen dabei mittlerweile Filme aus. Auch der Tausch von HD-Inhalten wird immer beliebter, im konkreten vor allem von hochauflösenden Fernsehsendungen.

Musik

Ein Bereich bei dem das Wachstum eine Ausnahme macht, ist der Tausch von Musik. Wurden im Vorjahr im Schnitt von 9 Millionen Personen gleichzeitig Musikangeboten, so sind es mit 9,35 Millionen nur wenig mehr.

Stagnation

Eric Garland, Mitgründer von Big Champagne, ist aber nicht davon überzeugt, dass dies wirklich ein Erfolg der Klagen oder auch von kommerziellen Online-Musikangeboten ist. Es könne auch einfach so sein, dass der "Markt" nun gesättigt sei, wie er gegenüber Arstechnica zu Protokoll gibt. Das Wachstum von E-Mail sei nach einigen Boom-Jahren ja auch zurückgegangen.

Usenet

Interessant auch, dass sogar der Traffic im ältesten Online-Tauschmedium - dem Usenet - wieder ansteigt. Die Nutzung von sogenannten "Darknets" - also nicht öffentlichen Tauschbereichen - nimmt nach der Einschätzung von Garland hingegen nicht signifikant zu. Die meisten UserInnen seien einfach mit den üblichen P2P ausreichend versorgt. (red)

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