Okotie: Triumph folgt Tragödie

22. Juli 2007, 17:46
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Stürmer wurde gegen Kanada zum Matchwinner - WM-Tor als Bonus bei der Austria? "Das glaube ich nicht"

Edmonton - Wie eng im Fußball Triumph und Tragödie beieinander liegen, hat Rubin Okotie bei der U20-WM erstmals so richtig zu spüren bekommen. Nach dem 1:1 gegen Kongo war der Austria-Amateure-Stürmer noch in Tränen ausgebrochen, weil er kurz vor Schluss einen Sitzer ausgelassen hatte, drei Tage später wurde er durch seinen Siegestreffer beim 1:0 gegen Kanada zum strahlenden Helden. "Ein unglaubliches Gefühl, das war der schönste Moment meiner Karriere", jubelte der 20-Jährige.

Okotie war nach einem Eckball von Junuzovic in der 47. Minute mit einem wuchtigen Kopfball zur Stelle. "Ich habe nicht viel nachgedacht, sondern einfach nur versucht, ein Tor zu machen", schilderte der in Pakistan geborene Sohn einer Österreicherin und eines Nigerianers, der im Alter von vier Jahren nach Österreich gekommen war, die entscheidende Situation.

"Alles möglich"

Mit dem praktisch fixierten Achtelfinal-Aufstieg will sich Okotie nicht zufrieden geben. "Viel hängt davon ab, welchen Gegner wir bekommen, aber für uns ist jetzt alles möglich."

Bei der U20-WM sorgt der groß gewachsene Stürmer für Furore, nach seiner Rückkehr zu den "Veilchen" droht aber wieder ein Erste-Liga-Dasein, zumal die Austria die Verpflichtung von Sanel Kuljic endgültig unter Dach und Fach brachte. Dennoch möchte Okotie, der am Verteilerkreis noch ein Jahr unter Vertrag steht, alles daran setzen, so schnell wie möglich von den violetten Amateuren in die Kampfmannschaft zu kommen - dann wäre selbst eine EURO-2008-Teilnahme nicht ausgeschlossen. "Das muss für jeden das Ziel sein, aber dazu muss ich in der Bundesliga spielen."

Doch bis Okotie tatsächlich in der höchsten Liga zu sehen ist, könnte noch einige Zeit vergehen, das weiß auch der Angreifer selbst. Auf die Frage, ob ihm das Tor gegen Kanada einen Bonus bei der Austria bringen könnte, meinte er nur lächelnd: "Das glaube ich nicht."(APA)

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    Okotie (links) im Zweikampf.

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