Rotlicht als Warnung vor Kalorienbombe

11. Juli 2007, 10:27
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AK fordert mehr Transparenz bei Lebensmittelkennzeichnung - Vorgestelltes Modell sieht Ampel mit Problemfaktoren auf Produktvorderseite vor

Wien – Mehr Transparenz und die Entkräftung in die Irre führender Werbe-Zauberformeln wünscht sich die Arbeiterkammer (AK) bei der Lebensmittelkennzeichnung. Wo die Wirtschaft die Konsumenten im Stich lässt, sollen nun Ampelhinweise informieren. Mit Verweis auf eine im Herbst geplante EU-weite Kennzeichnungsrichtlinie wurde am Donnerstag bei einer Pressekonferenz eine adaptiere Version der britischen Food Standards Agency-"traffic lights" präsentiert.

Das Modell sieht eine Ampel auf der Produktvorderseite vor, die gut sichtbar die problematischen Faktoren (Fett, gesättigte Fette, Zucker, Salz und Kalorien) und ihre Menge in der vorliegenden Portion anzeigt. Überdurchschnittliche Werte werden dabei durch "rotes Licht" gekennzeichnet. Die Farb/Zahlenkombination soll als Illustration des üblichen Kleingedruckten dienen und dem Konsumenten leicht anwendbare und verständliche Informationen bieten, vor allem bei Soft Drinks, Fertiggerichten und Snackprodukten.

Konkurrierende Modelle, wie die GDAs (Guideline Daily Amounts) orientieren sich an höheren Zuckerwerten, die eher den Interessen der Industrie entsprechen als denen der Gesundheitsbehörden. Bislang unterliegen Hersteller keinerlei Verpflichtung, den Energiegehalt ihrer Produkte aufzuschlüsseln. So versieht Coca-Cola nur "Zero" und "Light"-Produkte mit GDAs, spart Hinweise auf dem regulären Produkt jedoch aus, kritisiert die AK. Bei den Bemühungen um ein einheitliches, konsumentenorientiertes System hofft die AK auf Unterstützung des Gesundheitsministeriums. (mg, DER STANDARD - Printausgabe, 6. Juli 2007)

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