"Tiefe Krise" in der Klagenfurter SPÖ - mit Kommentar

14. Juli 2007, 18:25
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Wiedenbauer bleibt Stadtparteichef, Mathiaschitz rückt in den Parteivorstand auf

Klagenfurt – In der Klagenfurter SPÖ herrschte am Morgen nach dem Sonderparteitag der Katzenjammer. Stadtchef Ewald Wiedenbauer, der seine Wiederwahl unbedingt durchziehen hatte wollen, war mit 61,74 Prozent abgestraft worden. Etliche Delegierte hatten darauf geschockt den Parteitag verlassen. Zwar hatten viele Redner Wiedenbauer den Rücken gestärkt – ihn dann in der Wahlzelle aber offenbar doch gestrichen.

An Rücktritt denkt der 59-jährige Vizebürgermeister jedoch nicht. Anders Landesparteichefin Gaby Schaunig, die kurz vor Beginn den Sonderparteitag unbedingt aussetzen wollte, da neue „Verdachtsmomente“ wegen der vorangegangenen Wahlmanipulationen aufgetaucht waren. Schaunig: „Ich habe Wiedenbauer gewarnt, aber er wollte nicht auf mich hören“.

"Deutliche Sprache"

Das Wahlergebnis spreche „eine deutliche Sprache“. Jetzt müsse aber so rasch wie möglich das Parteischiedsgericht die Manipulationsvorwürfe klären, die 22 Delegierte erhoben hatten. Der Rest sei „Sache der Klagenfurter Stadtpartei“, meint Schaunig. Dort war die Latte für Wiedenbauer vom mächtigen Zentralbetriebsratsobmann und „starken Mann“ der Klagenfurter SPÖ, Gebhart Arbeiter, schon vor dem Parteitag mit 80 Prozent gelegt worden.

Vertrauliches Gespräch

Am Donnerstag kam es dann zu einem vertraulichen Gespräch zwischen Arbeiter und Wiedenbauer. Demnach wird Wiedenbauer zwar Parteichef bleiben, aber nicht mehr als Bürgermeister-Kandidat ins Rennen gehen.

Wiedenbauers Kontrahentin, Maria-Luise Mathiaschitz, die sich auf die Seite der 22 Delegierten gestellt hatte, die Wiedenbauer am 12. Mai gestrichen haben wollen, wird in den Klagenfurter Parteivorstand einziehen.

Arbeiter: „Wir müssen jetzt die verfeindeten Lager wieder zusammenführen“. Der SPÖ-Klubchef in Landtag Peter Kaiser sprach von einer „tiefen Krise“ in der Klagenfurter Partei „Wir haben momentan nur einen Sieger: Orange, Schwarz, Blau und Grün“. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe 6.7.2007)

  • Ewald Wiedenbauer (rechts) und Gebhart Arbeiter sind keine überschwänglichen Parteifreunde mehr.
    foto: eggenberger

    Ewald Wiedenbauer (rechts) und Gebhart Arbeiter sind keine überschwänglichen Parteifreunde mehr.

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