Riis und Stanga nicht dabei

27. Juli 2007, 08:11
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CSC-Teamchef und Milram-Boss werden beim wichtigsten Rennen des Jahres fehlen

Kopenhagen/Hamburg - Zwei Teamchefs mit großen Namen werden wegen ihres Zusammenhangs mit Doping bei der am Samstag beginnenden Tour de France fehlen. Der Däne Bjarne Riis, der Doping bei seinem Toursieg 1996 zugegeben hat, entschied am Donnerstag, sein CSC-Team nicht zu begleiten und Milram-Chef Gianluigi Stanga, der zuletzt vom deutschen Profi Jörg Jaksche belastet worden war, wird nach einem Krisengipfel des Rennstalls auch nicht zur Tour reisen.

Riis sprach von einer "extrem schwierigen Entscheidung", die er aber aus eigenen Stücken getroffen habe. "Es war nicht wegen des Drucks von irgendeiner Seite und auch nicht deshalb, weil ich mich von Anschuldigungen getroffen fühle", erklärte Riis. "Ich habe einfach nicht die Kraft, meine Fahrer bei der Tour gut zu unterstützen." Er verwährte sich gegen die im Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" von Jaksche erhobenen Vorwürfe: "Ich habe weder Kenntnis, noch habe ich die Einnahme verbotener Produkte im CSC-Team gefördert", erklärte Riis.

Der dänische Kultur- und Sportminister Brian Mikkelsen fordert, dass Riis wegen der Beschuldigungen eine Klage einbringt. "Denn das ist ein schwarzer Fleck auf seiner Integrität und den mit seinem Team beschlossenen Anti-Doping-Maßnahmen."

Tour-Direktor Christian Proudhomme hatte nach dem Doping-Eingeständnis von Riis mehrfach öffentlich erklärt, dass er den Dänen als "persona non grata" betrachte und bei der Tour nie mehr zu sehen wünsche. Riis erklärte, er werde sich an der Tour mit Ausnahme seiner "Verpflichtungen gegenüber Sponsoren" in keiner Weise beteiligen.

Die Vereinigung der Radprofis (CPA) hat unterdessen gefordert, auch Ärzte, Team-Manager, Betreuer und Organisatoren müssten ebenfalls die Ehrenerklärung des Rad-Weltverbandes UCI unterschreiben. "Es ist weder vorstellbar noch akzeptabel, dass die Regeln zur Durchführung eines sauberen Radsportes nur auf die Fahrer angewendet werden", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung.

Die Verpflichtung der Fahrer erhalte nur einen Sinn, wenn alle im Profi-Radsport engagierten Personen ebenfalls das Dokument unterzeichnen. Es sieht neben den sportrechtlichen Sanktionen die Zahlung eines Jahresgehaltes bei einem Dopingverstoß vor, ist rechtlich aber nicht bindend. (APA/dpa/AFP)

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