Rechtsstreit um virtuelle Sex-Toys

16. Juli 2007, 09:50
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US-Unternehmen verklagt Second Life-Nutzer - Virtuelle Geschäfte sorgen für Wirbel

Die Urheberrechtsverletzungen in der virtuellen Welt Second Life (SL) treiben kuriose Blüten. Nun hat das US-Unternehmen Eros, Hersteller von virtuellem Sexspielzeug, einen Second Life-Nutzer vor Gericht gezerrt. Der Avatar Volkov Catteneo soll laut Eros ein Gerät namens "Sex-Gen" illegal kopiert und in der virtuellen Welt verkauft haben, berichtet Reuters. In den vergangenen Wochen und Monaten häuften sich bereits Beschwerden seitens verschiedener Unternehmen über Markenrechtsverletzungen im rechtlich undefinierten Raum von SL. Mit dem Rechtsstreit um das virtuelle Sexspielzeug sind die Auseinandersetzungen zwischen Unternehmen und Second Life-Piraten nun um eine irrwitzige Facette reicher.

Spielzeug

Kevin Alderman, Chef der Firma Eros, hat sich darauf spezialisiert, virtuelle Sex-Toys in Second Life anzubieten. Er geht auch noch einen Schritt weiter und verkauft das Sexspielzeug für reales Geld über eBay. Das Geschäft scheint gut zu laufen, denn Alderman hat inzwischen sogar zwölf Angestellte, die ihn bei der Produktion der Erwachsenen-Spielzeuge unterstützen. Nun aber fühlt sich der ehemalige Installateur von Avatar Catteneo, der sein Spielzeug kopiert und ebenfalls erfolgreich in SL vertreibt, bedroht. Vor allem weil der virtuelle Wettbewerber die Kopieversion von "SexGen" für weitaus weniger Linden-Dollar anbietet.

Klarheit schaffen

Ein US-Bezirksgericht soll diesen Streit jetzt klären. Zunächst stehen die Beteiligten jedoch vor dem Problem, dass eine reale Person einen virtuellen Avatar verklagt hat und der Nutzer hinter Volkov Catteneo bislang unbekannt ist. Eros will bei Gericht erzwingen, dass die Second Life-Betreiber die persönlichen Daten, Chathistorie und Finanzdaten des Beschuldigten herausgeben müssen. Alderman fordert Schadensersatz in dreifacher Höhe des entstandenen Schadens oder aber in Höhe der von Catteneo erwirtschafteten Summe.

Konsequenz

Der angeklagte Avatar zeigt sich bislang recht unbeeindruckt. In einem Interview innerhalb von Second Life gegenüber Reuters gab er an, sich nicht vor der Strafe zu fürchten. Er sei kein Anfänger und habe bei Linden Lab natürlich nicht seinen korrekten Namen angeben und darüber hinaus nicht einmal im realen Leben einen festen Wohnsitz. Catteneo ist sich offenbar sehr sicher, dass man seine Spur nicht nachverfolgen kann. Dem Eros-Chef Alderman geht es nach eigenen Angaben in erster Linie darum, den Machenschaften ein Ende zu setzen, nicht darum, den Sexpielzeug-Piraten in den finanziellen Ruin zu treiben. (pte)

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