EVN vor Milliarden-Bau in Albanien

23. Juli 2007, 14:40
4 Postings

Albanien gibt Grünes Licht für drei Speicherkraftwerke am Devol-Fluss

Wien - Die niederösterreichische EVN steht vor einer Milliarden-Wasserkraft-Investition in Albanien. Wie die EVN am Donnerstag mitteilte, hat die albanische Regierung den von der EVN initiierten Bau von drei Speicherkraftwerken am Devol-Fluss "gut geheißen und ihm öffentliches Interesse zuerkannt".

Laut der mazedonischen Internet-Zeitung MakFax kostet das Vorhaben rund einer Mrd. Euro. Die EVN wollten diese Ziffer auf APA-Anfrage am Donnerstag nicht kommentieren. Zusammen sollen die drei Staustufen eine Leistung von rund 400 Megawatt (MW) und eine Jahreserzeugung von mehr als 1.000 GWh erreichen. Das Projekt ist damit in etwa so groß wie das ebenfalls dreistufige Speicherkraftwerk Malta in Kärnten, das eine Jahreserzeugung von 890 GWh erreicht.

Bereits im Jänner hatten EVN-Chef Burkhard Hofer, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll und der albanischen Wirtschafts- und Energieminister Genc Ruli ein Kooperationsabkommen (Memorandum of understanding) über die Erschließung des großen Wasserkraftpotenzials in Albanien unterzeichnet. Das jetzige Kraftwerksprojekt am Devol-Fluß sei das erste konkrete Resultat dieses Grundsatzübereinkommens, betonte die EVN.

OMV mit Bonus

Nach der jetzigen Grundsatzentscheidung wird Albanien das Kraftwerksvorhaben demnächst ausschreiben, hieß es. Von 100 möglichen Punkten erhält die EVN auf Grund der Vorarbeiten für das Vergabeverfahren einen Bonus von zehn Bewertungspunkten.

Das Wasserkraft-Engagement in Albanien ist eine konsequente Weiterentwicklung der EVN Strategie auf dem Westbalkan, betonte der niederösterreichische Energieversorger. Derzeit versorgt die EVN in Bulgarien und Mazedonien rund 2,2 Millionen Kunden mit elektrischer Energie. Für diesen bedeutenden Absatz will die EVN schrittweise entsprechende Produktionskapazitäten errichten. Angesichts der Versorgungsengpässe am Balkan in Folge fehlender Kraftwerkskapazitäten sei die Realisierung dieser Projekte außerdem eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Region, so das Unternehmen. (APA)

Share if you care.