Neues Dienstrecht bringt FH- und Uni-AbsolventInnen auf ein Level

6. Juli 2007, 10:03
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"A-Wertigkeit" künftig für alle - Derzeitige Posten werden nicht "upgegradet" - Hahn: "Signalwirkung" für Wirtschaft

Wien - Mit der Zuerkennung der so genannten "A-Wertigkeit" sind Absolventen von Fachhochschulen (FH) künftig jenen von Universitäten im öffentlichen Dienst gleichgestellt. Durch diesen am Mittwoch im Nationalrat gefassten Beschluss würden die FH "so positioniert, wie wir es uns verdienen", betonte der Vorsitzende der FH-Konferenz (FHK), Werner Jungwirth, am Donnerstag vor Journalisten. Wissenschaftsminister Johannes Hahn sprach auch von einer "Signalwirkung für die Wirtschaft", sie sich oft an der Besoldungsstruktur der öffentlichen Hand orientiere.

50.000 Betroffene

Künftig sind alle Absolventen eines Master- oder Diplomstudiums einer FH "A-wertig". Ausgenommen sind de facto nur Absolventen der Militärakademie in Wiener Neustadt, wenn sie im Heeresdienst bleiben. Hahn schätzte die Zahl der Betroffenen auf rund 50.000 Personen - die derzeit rund 28.000 FH-Studenten sowie die bisher 22.000 Absolventen. Dass der Anteil von FH-Absolventen unter den Beamten merklich steigen werde sei allerdings nicht zu erwarten, meinte der FHK-Geschäftsführer Kurt Koleznik bereits vor einigen Wochen im Gespräch mit derStandard.at.

"A" sagen und auch meinen

Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Posten von derzeit auf B-Stellen sitzenden FH-Absolventen automatisch "upgegradet" werden. In Zukunft können sie sich aber für A-Posten bewerben - bisher wurden sie auf Grund der mangelnden Voraussetzungen bereits im Vorhinein ausgeschieden.

Auch Jungwirth sprach von einer wichtigen Signalwirkung: "Wer A sagt, muss auch A meinen. Man kann nicht sagen, du bist zwar ein Akademiker, aber pekuniär sieht es halt anders aus."

Bachelor-AbsolventInnen ausgeschlossen

Bachelor-Absolventen sind dagegen nach wie vor nicht A-wertig. Dies gilt sowohl für die Universitäten als auch für die FH. Hahn will dieses Thema über ein künftiges Bundesmitarbeitergesetz regeln. Dabei soll für die Entlohnung nicht der formale Abschluss die Grundlage sein, sondern die Stellenbeschreibung.

"Voller Erfolg"

Als "vollen Erfolg bezeichnet SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser die Gleichstellung. Diese sei nicht nur im öffentlichen Dienst von Bedeutung: "Ich kenne sehr viele Unternehmen, die ihr Gehaltsschema nach dem Allgemeinen Verwaltungsdienst ausrichten, sodass diese rechtliche Angleichung zu einer weiteren Aufwertung der FH's führen wird."

Derzeit studieren rund 28.000 Personen an den knapp 200 FH-Studiengängen. Bis 2010 soll diese Zahl laut Entwicklungsplan auf 33.000 ansteigen. Der Bund gibt heuer dafür rund 181 Mio. Euro aus, im kommenden Jahr werden es auf Grund der wachsenden Studentenzahlen ca. 188 Mio. Euro sein. Der Frauenanteil liegt derzeit bei 38 Prozent. Eine bundesweite Studentenvertretung gibt es trotz jahrelanger Initiativen noch nicht - Hahn geht aber davon aus, dass noch in dieser Legislaturperiode die gesetzliche Basis dafür geschaffen wird. (APA/red)

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    Aufstiegsmöglichkeiten für FH-AbsolventInnen

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