Streikpause bei Deutscher Bahn

6. Juli 2007, 12:53
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Nach drei Tagen Warn­streik im Tarifkonflikt kehren Arbeitgeber und Arbeitnehmer an den Verhandlungstisch zurück

Berlin/Frankfurt - Die Deutsche Bahn hat in den Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA ein höheres Angebot auf den Tisch gelegt. Vorgeschlagen werden nun 3,4 Prozent mehr Geld zum 1. Jänner 2008 sowie eine Einmalzahlung von 450 Euro für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 2007. Die Laufzeit solle bei 24 Monaten liegen, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale am Donnerstag in Berlin. Transnet und GDBA wollen auf dieser Basis die Verhandlungen für 134.000 Beschäftigte fortsetzen und vorerst nicht zu erneuten Warnstreiks aufrufen. Parallel dazu traf Konzernchef Hartmut Mehdorn mit der Spitze der Lokführer-Gewerkschaft GDL in Frankfurt zusammen.

Bisher hatte der bundeseigene Konzern zwei Mal zwei Prozent mehr Geld bei 30 Monaten Laufzeit sowie 300 Euro Einmalzahlung angeboten. Die Bahn will nun außerdem die Arbeitszeit für die Tarifbeschäftigten von 39 auf 40 Stunden pro Woche anheben. Dafür soll es einen "vollen Lohnausgleich" geben, sagte Suckale. Der Verhandlungsführer von Transnet und GDBA, Alexander Kirchner, sagte, das neue Angebot könne nur ein Beginn sein. Die eigene Forderung von sieben Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit bleibe bestehen.

Das Treffen von Mehdorn mit dem Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Manfred Schell, dauerte Donnerstag Mittag länger als zunächst mit zwei Stunden geplant. Die GDL verlangt für das fahrende Personal bis zu 31 Prozent höhere Bezüge und einen separaten Tarifvertrag für das Fahrpersonal. Das hat die Bahn bisher abgelehnt.

Lokführer wollen weiter streiken

Wie am frühen Nachmittag bekannt wurde, will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in der kommenden Woche erneut zu Warnstreiks aufrufen. Das kündigte der Vorsitzende Manfred Schell am Donnerstag nach dem Gespräch mit Bahnchef Mehdorn in Frankfurt an. Die GDL-Forderung nach einem separaten Tarifvertrag für das Fahrpersonal sei von Mehdorn weiterhin abgelehnt worden. Am 13. Juli solle es neue Gespräche geben. Am Dienstag hatten die Lokführer mit kurzzeitigen Arbeitsniederlegung in weiten Regionen den Eisenbahnverkehr vorübergehend zum Erliegen gebracht.

"Wir erwarten ein Angebot", sagte Schell. In welcher Art - ob ein separater Tarifvertrag oder in anderer Form - solle sich Mehdorn überlegen. "Wir bleiben bei unserer Forderung." Schell sagte, die GDL werden einen Tarifvertrag, der zwischen der Bahn und den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbart werde, nicht unterschreiben.

In den parallel laufenden Verhandlungen in Berlin hatte der Konzern am Donnerstag ein höheres Angebot auf den Tisch gelegt. Vorgeschlagen wurden dabei 3,4 Prozent mehr Geld zum 1. Jänner 2008 sowie eine Einmalzahlung von 450 Euro für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 2007. (APA/dpa)

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    Die Bahn macht den Gewerkschaften ein neues Tarifangebot, dafür stoppen GDBA und Transnet vorerst alle Streik-Aktionen.

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